Über diese Brücke musst du gehen

Foto: Marcus Simaitis / WAZ FotoPool
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Öffentlicher Personennahverkehr über die Schwimmbrücke bleibt unmöglich.

Hattingen..  Es bleibt dabei: Wer die Ruhr zwischen Niederwenigern und Dahlhausen überqueren will und auf den Öffentlichen Personennahverkehr angewiesen ist – muss laufen. Alle Alternativen, die nach der Sperrung der Schwimmbrücke für Fahrzeuge über 2,8 Tonnen (und damit auch für Busse) als Ersatz für das Loch im Liniennetz diskutiert wurden, haben sich als nicht realisierbar herausgestellt. Der Hattinger Politik wird dies noch einmal am 22. Mai im Umwelt- und Verkehrsausschuss erklärt. Die Stadtverwaltung geht davon aus, „dass die derzeitige Situation mit der Trennung der Linien 159, 359 und einer Fußwegeverbindung über die Pontonbrücke bestehen bleiben wird“, heißt es in der Vorlage.

Grund: Die zuletzt favorisierte und für den 1. April 2012 angekündigte Lösung, die Lücke zwischen den Buslinien 359 (von Bochum aus) und 159 (von Essen aus) durch den Einsatz eines Anruf-Sammel-Taxis (AST) zu schließen, hat nie gegriffen und ist nun endgültig vom Tisch. „Trotz intensiver Suche haben wir kein einziges Taxi-Unternehmen finden können, das bereit ist, diese Leistung zu erbringen“, sagte Sandra Bruns am Dienstag auf Anfrage der Hattinger Zeitung.

Ursachen für die Absagen kann die Pressesprecherin der Bogestra nur vermuten. „Wahrscheinlich führt die Randlage dazu, dass ein Sammeltaxi an dieser Stelle wirtschaftlich nur schwer betrieben werden kann“, so Bruns. Woran die Bogestra keinen Zweifel lasst: Auch wenn täglich „nur ein paar Dutzend“ Kunden betroffen seien, müsse man von einem bedauerlichen Missstand reden, zumal immer wieder auch ältere Menschen mit Einkaufstüten oder Rollatoren darunter seien. Und dennoch: „Wir sind jetzt am Ende unserer Überlegungen. Mehr können wir nicht tun. Nun sind die beteiligten Städte am Zug, und das haben wir ihnen auch mitgeteilt“, so die Bogestra-Sprecherin.

Womit man davon ausgehen darf, dass damit endgültig alle drei „kreativen Lösungsansätze“ vom Tisch sind, die die SPD-Ortsvereine Hattingen-Niederwenigern, Bochum-Dahlhausen und Essen-Burgaltendorf im September 2011 in gemeinsamer Sitzung ins Rennen geworfen haben: Einsatz des Hattinger Bürgerbusses (geht nicht), eines Anruf-Sammel-Taxis (kein Bewerber) oder kleinerer Busse der Verkehrsunternehmen unter 2,8 Tonnen.

Was die Sozialdemokraten damals auch schon im Blick hatten: eine dauerhafte Lösung. Und die bringt wohl nur der Bau einer neuen Brücke. Was Millionen kosten und Jahre dauert.

Bis dahin, so scheint’s, laufen die Berufspendler und Städtehüpfer weiter zwischen den Brückenköpfen der Pontonbrücke hin und her und versuchen, ihre Anschlussverbindungen auf den Linien 159 und 359 zu erwischen.

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