Thalia verlässt das Carré

Michael Brandhoff
Das Reschop Carre hat bald einen Mieter weniger: Thalia verlässt das Einkaufszentrum. Dafür kommt Das Depot. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
Das Reschop Carre hat bald einen Mieter weniger: Thalia verlässt das Einkaufszentrum. Dafür kommt Das Depot. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
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Hattingen.  Buchhandlung wird am 30. September durch Das Depot ersetzt. Unternehmen: Schwierige wirtschaftliche Entwicklung.

Die Thalia-Buchhandlung verlässt das Reschop Carré. Das bestätigte Unternehmenssprecherin Mirjam Berle auf Nachfrage der Hattinger Zeitung. Nachmieter in dem Ladenlokal im Untergeschoss des Einkaufszentrums wird Das De­pot, eine Geschenk- und Deko-Artikel-Kette, die bis vor zwei Jahren eine Dependance im Hertie-Haus unterhielt.

Damit verabschiedet sich zweieinhalb Jahre nach der Eröffnung des Carrés zum 30. September der erste größere Mieter. Grund sei die wirtschaftliche Entwicklung, erklärt Berle, „die sich langanhaltend als schwierig erwies“. Als sich Das Depot kurzfristig als Interessent für die Gesamtfläche (650 Quadratmeter) anbot, „haben wir uns entschlossen, den Standort auf­zugeben“, so die Sprecherin.

Zehn Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen. „Wir werden uns selbstverständlich um eine einvernehmliche Lösung bemühen“, sagt Mirjam Berle. Gespräche laufen zurzeit.

Carré-Manager Jörg Waldrich war ein bisschen überrascht: „Die Entscheidung ist kurzfristig Anfang dieser Woche gefallen, aber wir haben sie vernünftig über die Bühne gebracht.“ Sowohl Thalia als auch das Carré kümmerten sich um den Nachmieter.

Kritikern, die jetzt bereits das Ende des Reschop Carrés sehen, hält Waldrich entgegen, dass es „mit den anderen funktioniert – zum Glück.“ Er sagt: „Wir leben natürlich nicht im Paradies, sondern in der normalen Welt. Und da gibt es immer welche, denen geht es besser. Insgesamt entwickeln wir uns aber kontinuierlich in den Plus-Zahlen.“

Für Buchhändler ist Hattingen offensichtlich aber kein gutes Pflaster. Nachdem die Mayersche ihre Filiale eröffnet und Thalia sich angekündigt hatte, verabschiedeten sich nacheinander die kleinen, eigentümergeführten Läden Wicentowicz (Heggerstraße), Balthasar (Untermarkt) und Napp (Fischer & Mirhoff, St.-Georg-Straße). Jetzt geht auch Thalia wieder, bleibt die Mayersche, die ein Fachwerkhaus am Treidelbrunnen für ihre Zwecke umgebaut hatte.

„Es ist schon schade, dass Thalia geht, weil wir eine gemeinsame Literaturreihe aufgebaut haben“, sagt Bernd Jeucken, Leiter der Stadtbibliothek, die ebenfalls im Carré untergebracht ist. „Allerdings haben wir nie nur ausschließlich mit Thalia zusammengearbeitet. Dieses Jahr gibt es die erste Aktion mit der Mayerschen und wir stehen auch noch im geschäftlichen Kontakt zu Balthasar und Napp.“

Peter Blome, Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes, findet den Wechsel von Thalia zum Depot „gut“. „Ich habe nie verstanden, wie in Hattingen zwei große Buchhandlungen klarkommen sollen. Das Depot ist dagegen eine gute Sache, auch wenn Nanu-Nana sicher nicht erfreut ist.“ Grundsätzlich würde sich der Inhaber des Schuhhauses Heller aber eine ganz andere Sparte wünschen: „Uns fehlt immer noch ein Sportgeschäft.“