Tafelhaus setzt auf Bio

Zertifiziert für Bio-Produkte hat sich das Tafelhaus, hier Küchenchef Lars Stobbe und Barbara Dordelmann.
Zertifiziert für Bio-Produkte hat sich das Tafelhaus, hier Küchenchef Lars Stobbe und Barbara Dordelmann.
Foto: WAZ FotoPool

Hattingen.  Das Tafelhaus, das sich schon immer als die „etwas andere Gastronomie“ sah, setzt auf Bio. Nicht nur die GLS Bank Bochum, die mit dem Spruch „Was macht ihr Geld in einem Bioladen? Sinn!“ wirbt, bekommt seit Jahren vom Catering komplett biologisches Essen geliefert. Auch in der Kantine gibt es jetzt Bioprodukte.

Wer ein Gericht mit Reis und Nudeln oder ein Weizenbrötchen, etwa zur Suppe, ordert, kann sicher sein, damit ein Bioprodukt auf dem Tisch zu haben, das zertifiziert ist. Es kann aber auch sein, dass mehr Produkte aus biologischem Anbau stammen.

Etwa Gemüse oder Salat. Andernorts mögen Verbraucher mit Argusaugen kontrollieren, ob wirklich drin ist, was außen auf der Verpackung steht: Hier ist im Essen eher mehr Bio drin, als außen draufsteht. Als Biomenü gekennzeichnet darf es aber nur werden, wenn es ein bürokratisches Verfahren durchlaufen hat, erläutert Cordula Jungmann. „Die Zertifizierung ist ein großer Verwaltungsaufwand, sehr bürokratisch.“ Deshalb hat das Tafelhaus zunächst Teilprodukte zertifizieren lassen, die gut getrennt gelagert werden können. Bei einem ganzen Gericht müsste das Rezept hinterlegt werden. Ändert sich die Karte, geht die Prozedur von vorn los.

Das HAZ kauft regionale und gesunde Produkte, Gemüse von einem Bauernhof in der Region und Fleisch, bestätigt Geschäftsführer Manfred Gosker. Auch Kindergärten könnten biologisch bedient werden. Das Tafelhaus beliefert sie auch, aber „eher private Initiativen mit einer anderen Elternschaft“, die höhere Preise verkraften können.

Auf dem heutigen Speiseplan fehlt Bio. Weder Westfälischer Graupeneintopf mit Wurzelgemüse und Kartoffelwürfeln, das als vegetarisches Gericht ausgewiesen ist, auf Wunsch aber auch mit Bockwurst zum Preis von 3,40 Euro serviert wird, noch Bandnudeln mit Broccoli-Gorgonzolasoße (3,90) oder Chicken Wings mit Pommes (4,50) sind Bio. Die beiden letzten Gerichte werden mit Salat gereicht. Der gebackene Kürbis am Montag (vier Euro) war dagegen Bio (dazu gab’s Fetadip, Crostini und Salat). Der Rotkohl zum gleichen Preis gestern auch, der Bratwurst und Kartoffelpüree komplettierte.

„Wir sind dabei, die Bioküche aufzubauen“, sagt Cordula Jungmann. Und auszubauen. Zu besonderen Gelegenheiten wird jetzt schon fleißig zugegriffen. Das Tafelhaus macht nicht nur Biobuffets, sondern richtet auch „grüne Hochzeiten“ aus.