Streit um Grundschule Holthausen geht weiter

Ulrich Laibacher
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Bürgermeister Dirk Glaser hat sich für den Umzug ins Schulzentrum Holthausen ausgesprochen. Das ruft die Eltern auf den Plan: Sie halten vehement dagegen .

Hattingen.  „Dass die Grundschule Holthausen ins Schulzentrum zieht, halte ich für eine gute Idee.“ Diesen Satz sagte Bürgermeister Dirk Glaser, als ihn die WAZ in einem Interview zu seinen ersten 100 Tagen im Amt zur Schulpolitik befragte. Die Antwort aus Holthausen kam prompt. „Wir Eltern halten es mit großer Mehrheit für keine gute Idee“, schreibt Andrea Kieronski an die Redaktion. Und verweist auf die Umfrage, bei der sich im Dezember 180 von 195 betroffenen Eltern mit Nachdruck für einen Verbleib der Grundschule Holthausen am Standort Am Hagen ausgesprochen haben (wir berichteten),

Vor allem die Sorge, wie ein Zusammenleben zwischen Grund, Mittel- und Oberstufenschülern aussehen soll, treibt die Eltern um. Dass sich die Großen rührend um die Kleinen kümmern werden, hält Daniela Kaminski – ebenfalls in einem Brief an die Redaktion – für „Bullerbü pur“. Und fügt sarkastisch hinzu: „Wir freuen uns schon wahnsinnig, wenn die Kleinen mit in die Raucherecke dürfen.

CDU und Grüne dafür, SPD dagegen

Beide Mütter vermissen pädagogische wie räumliche Konzepte und fragen überdies nach Schulwegsicherung, Schulhofsicherheit und Schulhofgestaltung. Auch fühlen sie sich von der Stadtverwaltung nicht ernst genommen, weil Fragen nach realistischen Zahlen, Zeit- und Kostenplänen unbeantwortet blieben. Die Eltern würden wohl als grenzdebil wahrgenommen, schimpft Daniela Kaminski.

Politisch diskutiert wird das Thema wieder am 24. Februar, wenn Jugendhilfe- und Schulausschuss gemeinsam tagen. Kontrovers, dürfen wir annehmen. Denn während CDU und Grüne den im Schulentwicklungsplan empfohlenen Umzug der Grundschule in die von der Marie-Curie-Realschule aufgegebenen Räume im Schulzentrum für eine gute Lösung halten, bleibt die SPD skeptisch. „Wir sollten den Elternwillen ernst nehmen und erst einmal über Alternativen nachdenken. Ein Umzug darf nur der letzte Ausweg sein“, meint Fraktionschef Achim Paas. „Wir sehen den Standortwechsel positiv“, sagt dagegen Gerhard Nörenberg. Der CDU-Fraktionschef geht davon aus, dass sich Schulleitung und Schulverwaltung auf ein Raumkonzept einigen und erinnert daran, dass der bauliche Zustand der jetzigen Grundschule nicht mehr tragbar sei. Das sieht auch Maria Schomacher so. Die schulpolitische Sprecherin der Grünen betont, im Schulzentrum würde die Grundschule für jede Klasse einen Zusatzraum bekommen und den Offenen Ganztag besser aufstellen können.