Steilpass für das Tor zur Ruhr

Ulrich Laibacher
Neue Wege: So sollen vor allem Radfahrer in die Altstadt kommen. In der Bildmitte ist der Durchstich zur Ruhr neben den Amtshäusern zu sehen.
Neue Wege: So sollen vor allem Radfahrer in die Altstadt kommen. In der Bildmitte ist der Durchstich zur Ruhr neben den Amtshäusern zu sehen.
Foto: Fischer / Funke Foto Services
  • Beim Stadtumbau Innenstadt ist die Bahnhofstraße ein zentrales Projekt
  • Am Durchstich zur Ruhr soll ein Gebäudekomplex neu gebaut werden
  • Die Bahnhofstraße wird verkehrsberuhigt, die Gleise kommen raus

Hattingen.  Die fünf Stadttore sind komplett. Mit der Einweihung des Weiltores setzte die Stadt im September 2015 Beimeinen Haken unter das Skulptur-Projekt mit historischen Bezügen. 16 Jahre hat es gedauert, bis die fünf Blickfänger standen. Mindestens ebenso lange wird über ein weiteres Tor in der Innenstadt diskutiert – das Tor zur Ruhr.

Kein Kunstwerk soll dieses Tor sein, kein Durchgang – wohl aber eine Öffnung mit beträchtlicher Wirkung. Es geht um die Verbindung zwischen Innenstadt und Ruhr. Ein Eingangstor für Radtouristen und Spaziergänger Richtung historischer Altstadt, das ebenso Ausgangstor für Hattinger Richtung Ruhr, Hüttenpark und Industriemuseum ist. Der Schlüssel für dieses Tor ist die Zukunft der Bahnhofstraße.

Immer wieder hat es in den vergangenen Jahrzehnten Überlegungen gegeben, das Tor zur Ruhr in Höhe der städtischen Amtshäuser an der Bahnhofstraße 48 zu öffnen. Stets waren die Pläne eng mit einer stadtplanerischen Aufwertung der Bahnhofstraße verknüpft. Und daher zu teuer. Jetzt spült der Stadtumbau Innenstadt fünf Millionen Euro in Hattingens Mitte. 80 Prozent davon werden Fördermittel sein. Das Projekt ist ein Steilpass für das Tor zur Ruhr.

Gerade eben hat sich ein Ideenworkshop mit Vertretern aus Rat und Verwaltung sowie externen Experten für das Konzept eines Bochumer Planungsbüros entschieden. Es formuliert den Bogen von der Landschaft zur Stadt in zwei Teilen. Der eine ist der Durchstich von der Bahnhofstraße zur Ruhr in der Tat unterhalb der Amtshäuser.

Stadt will Kosten teilweise umlegen

„Wichtig ist der Weg selbst. Radfahrer und Fußgänger müssen die Verbindung annehmen“, sagt Baudezernent Jens Hendrix. Helfen soll dabei ein neuer Gebäudekomplex im hinteren Teil des städtischen Grundstücks. Oben könnten neue Wohnungen entstehen, unten gastronomische Angebote.

Teil zwei ist die Bahnhofstraße selbst. Dass die Bochumer Stadtplaner den Straßenverlauf als Ganzes annehmen, hat für Hendrix den größten Charme. Roter Asphalt soll die 850 Meter lange Straße als Mobilitätsband für Autos und Radler charakterisieren. Die Gleise kommen raus. Die Fahrbahn wird verkehrsberuhigt, die Bahnhofstraße an der Kreuzung Kreisstraße/Wülfingstraße vorfahrtsberechtigt. Bäume dominieren die Nordseite. Leuchtende Kästen sind als Fahrrad-Abstellplätze angedacht.

„Die Straße hat schon jetzt einen edlen Charakter, schöne Vorgärten“, meint Hendrix. Und für die Anwohner am Ende des Umbaus vielleicht einen Preis. „Es ist möglich, dass wir einen Teil der Kosten umlegen“, kündigt der Baudezernent an.