Singen mit mehr als nur der Stimme

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  • Einen afrikanischen Gospel lernen die Zweitklässler am Besuchsmorgen
  • Kinder mögen auch die den Gesang begleitende Bewegung
  • Liederfest in der Dortmunder Westfalenfalle ist krönender Abschluss des Projektes

Hattingen..  „Haben wir jetzt Musik?“ fragt Lena (7) gerade, da geht es auch schon los. Die Kinder der Klasse 2 c der Grundschule Holthausen stimmen ihre Stimmbänder und sich ein aufs Singen, um am 21. Mai ab 11 Uhr einige Lieder besonders klangvoll vorzutragen beim Liederfest in der Westfalenhalle Dortmund. Zusammen mit ihren dann rund 6000 Mitsängern.

Das Liederfest in Dortmund ist dabei krönender Abschluss eines nach den Osterferien in ganz NRW gestarteten Projektangebotes für Schulklassen, das das Singen bei Kindern und Jugendlichen nachhaltig fördern möchte: „Klasse! Wir singen“. Gabriele Westphal (39), Klassenlehrerin der 2 c, hat bereits vor drei Jahren an dieser Aktion und dem Event in der Westfalenhalle teilgenommen. Und damals schon hatte sie das Projekt, das erstmals 2008 auf Initiative des Braunschweiger Domkantors Gerd-Peter Münden in seiner Region stattfand, derart begeistert, dass sie sich nun erneut mit ihrer Klasse an „Klasse! Wir singen“ beteiligt – als einzige in Hattingen.

„Do – Re -- Mi -- Re – Do“ klingt es durch das Klassenzimmer der Grundschule am Hagen, Helene (7) steht mit dem Rücken zur Tafel vor ihren ebenfalls stehenden Mitschülern und gibt den Rhythmus vor. Mal höher, mal tiefer intonieren die Mädchen und Jungen die Silben, mit ihren Händen zeigen sie dabei die Lage der einzelnen Laute auf der Tonleiter an – so haben sie es von Gabriele Westphal gelernt. Wenig später verwandeln sie sich in lauter kleine Gespenster. „Hu“ singen die, „hu-hu-hu“, so wie es auf der Übungs-CD von „Klasse! Wir singen“ vorgespielt wird. „Und jetzt“, sagt Gabriele Westphal, „dürft ihr euch setzen, in Sangeshaltung.“ Also mit geradem Rücken. Und nun? Geht’s richtig los.

Einen afrikanischen Gospel lernen die Zweitklässler an diesem Morgen: „Siya hamba, ku kha mye kweng khos“, was so viel heißt wie „Wir sind unterwegs im Licht Gottes“. Mit den Füßen stampfen sie zu dem immer schneller werdenden Stück zudem begeistert auf den Boden, und auch die Hände musizieren mit rhythmischen Bewegungen quasi mit.

Dann ist für heute Schluss mit Singen, was nicht nur Lena („meine Lieblingsbeschäftigung“) schade findet. Maira (7) etwa sagt, ihr gefalle an „Klasse! Wir singen“ besonders, „dass wir nicht nur deutsche Lieder singen“. Max (8) und Samed (9) freut, „dass das Lied gerade immer schneller wurde“, Ron (8) gefallen „die vielen schönen Töne“ und Jan (8) mag, „dass wir uns zum Singen auch bewegen“. Lehrerin Gabriele Westphal formuliert letzteres derweil so: Singen und sich dabei zu bewegen, mache einfach „mehr Spaß, da schießt der Serotoninwert richtig in die Höhe“.

 
 

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