Seilgarten zerstört

Fabian (8), Josefine (7(, Marc (8), Vera (8), Collien (8) und Louis (8) von der Grundschule Bredenscheid sind traurig: Unbekannte zerschnitten Seile des von Eltern errichteten Seilzirkus auf dem Schulhof der Grundschule. Foto: Svenja Hanusch/ WAZ FotoPool
Fabian (8), Josefine (7(, Marc (8), Vera (8), Collien (8) und Louis (8) von der Grundschule Bredenscheid sind traurig: Unbekannte zerschnitten Seile des von Eltern errichteten Seilzirkus auf dem Schulhof der Grundschule. Foto: Svenja Hanusch/ WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Abenteuerspielplatz des Fördervereins auf Grundschulhof Bredenscheid gesperrt.

Hattingen..  Bedröppelt stehen Fabian, Josefine, Marc, Vera, Collien und Louis auf dem Schulhof. Nicht weil es regnet. Die Laune verhagelt hat den Grundschülern in Bredenscheid derjenige, der ihren Seilgarten zerstört hat. Die Achtjährigen sind traurig darüber, dass Unbekannte die dicken Seile durchtrennt haben und sie jetzt nicht mehr klettern können.

Das gemeinschaftliche Baukunstwerk von Jung und Alt, Kindern, Eltern und Großeltern, war immer offen zugänglich. Kein Zaun drumherum. Auch wenn die Schule zu Ende ist. Jeder ist willkommen, der dort auftanken möchte. Doch jetzt zäunt Flatterband das Lieblingsspielgerät der Erst- bis Vierklässler ab und macht es unzugänglich. Es wurde nicht nur ein Seil durchgeschnitten, das schnell ersetzt werden könnte. Die gesamte Konstruktion ist nicht mehr stabil und muss deshalb aus dem Verkehr gezogen werden.

Um so wütender sind die Kinder und Eltern der Grundschule auf die Vandalen. Der Seilgarten war vor zwei Jahren durch den Förderverein unter Mithilfe von vielen Eltern aufgebaut und zum größten Teil von ihnen finanziert worden. „In der Zwischenzeit wurde er noch um einen ‚Stelzenweg‘ erweitert“, sagt Britta Marienfeld, Vorsitzende des Fördervereins.

Viele Bredenscheider Kinder nutzen den Schulhof nachmittags als Spielplatz. „Der Seilgarten ist sehr beliebt“, so Britta Marienfeld. „Da fragen wir uns, warum muss mutwillig etwas zerstört werden, was den Kindern Freude macht?“

In dem aber auch viel Engagement und Muskelkraft stecken. Denn nicht die Stadt wartet den Platz, sondern der Förderverein. „Das ist schon bitter“, sagt Susanne Wegemann vom Presseamt der Stadt. Angesichts der finanziellen Situation städtischer Spielplätze und eines ausgeschöpften Budgets sieht sie aber wenig städtische Möglichkeiten, in der Angelegenheit finanziell zu helfen.

Die nächste Erweiterung war schon geplant: Sitzmöglichkeiten. Das Geld sollte am 25. Juni beim Sponsorenlauf zusammenkommen. „Jetzt werden wir es leider für die Reparatur ausgeben müssen“, bedauert Britta Marienfeld. Um sich Erweiterungen, aber auch die jährliche Wartung der Anlage leisten zu können, veranstalten Kinder und Eltern das ganze Jahr über viele Aktionen. Die Fördervereinsvorsitzende: „Das Engagement wird anscheinend nicht wertgeschätzt.“ Zumindest nicht von den Vandalen. Ebenso wie die Stadt sei die Polizei informiert worden. Möglicherweise hat jemand etwas beobachtet und kann Hinweise geben.

Darauf hofft auch die Stadt. Die Hausmeisterin habe sich erkundigt. Mit 1000 Euro Reparaturkosten müsse die Grundschule rechnen, so Susanne Wegemann. „So viel können die Kinder gar nicht laufen“, sagt sie mit Blick auf den Sponsorenlauf. Um Geld für den Abenteuerspielplatz zusammenzubekommen, hatten sie mit dem Bauchladen Plätzchen auf dem Weihnachtsmarkt verkauft.

EURE FAVORITEN