Schwungvolle Sänger und ihre Songs

Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool
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Hattingens einziger Gospelchor hat ein lebhaftes Repertoire und einen gesunden Altersdurchschnitt.

Hattingen..  Es ist Mittwochabend. Aus dem Paul-Gerhardt-Haus in Welper ertönen viele Stimmen, die gemeinsam ein Ganzes ergeben. Männer und Frauen, Jung und Alt singen zusammen. Gerade läuft die Probe. Keine traditionellen Lieder, sondern moderne, schwungvolle Songs werden eingeübt. Die Mitwirkenden bilden den Gospelchor Unlimited.

Seit 2001 besteht der Chor. „Auf einem Gemeindefest haben ein paar Leute ein Gospel-Lied gesungen. Ich war davon so sehr angetan, dass ich fragte, ob es einen Chor gäbe“, erinnert sich Gründungsmitglied Monika Tjaden (42). Einen Chor gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Doch kurze Zeit später, nachdem sich 15 Interessenten zusammengefunden hatten, gemeinsam mit dem damaligen Pfarrer Johannes Waschk.

Bis heute hat sich die Zahl der Chormitglieder auf 50 erhöht. Damit ist Gospel Unlimited einer der größten Hattinger Chöre und der einzige Gospelchor. Zum Repertoire gehören mehr als 50 Lieder. Gospels, Spirituelles, Pop- und Folkmusik sowie Filmmusik. Das Besondere: Alle Lieder werden auswendig gesungen. Notenständer sucht man vergebens. „Im vergangenen Jahr haben wir unsere erste professionelle CD herausgebracht“, sagt Chorleiter Wolfgang Steiger (46), der dem Chor seit zehn Jahren unentgeltlich angehört. Durch Zufall hatte Monika Tjaden ihn bei einer Konfirmation in Essen kennengelernt.

Der Chor hat sich seitdem ständig musikalisch weiterentwickelt und einige große Auftritte bestritten. 2005 etwa bei einem Festgottesdienst in Bochum, bei dem Bundestagspräsident Norbert Lammert zu Gast war. 2007 und 2008 organisierte der Chor Hattinger Gospelnächte. Vor vier Jahren sang Gospel Unlimited auch vor 1500 Zuhörern im Altenberger Dom. „Das war ein Auftritt, der uns als Chor noch mal intensiver zusammengeschweißt hat“, sagt Steiger. Das Gemeinschaftsgefühl hat sich seitdem verstärkt, die Gruppe harmoniert super.

„Während der Proben ist auch mal kurz Zeit zum Quatschen und Lachen“, erzählt der Chorleiter. „Wir legen aber keine direkte Pause ein, sondern singen eineinhalb Stunden durch. Sonst ist die Spannung raus“, betont der Essener.

Die Atmosphäre während der Probe ist jedoch locker und entspannt. Allen kann man die Leidenschaft am Singen an den Gesichtszügen ablesen. Sie sind lebhaft, schnipsen oder klatschen zu ihren Liedern. Für André Holz hat der Chor nach der Familie oberste Priorität. „Ich bin seit vier Jahren dabei. Es macht mir sehr viel Spaß, so dass andere Dinge dafür weichen. Es ist auch schön zu sehen, wie sehr wir unsere Zuhörer begeistern können. Das freut uns. Vor allem, weil wir an manchen Liedern auch gut zwei Monate arbeiten“, sagt er.

Der Altersdurchschnitt liegt bei 44 Jahren. Die jüngste Sängerin ist 16, die ältesten Mitte 60. Das Alter spielt keine Rolle. Ab und zu stoßen auch neue Mitglieder zum Chor. Da Gospelchöre nicht so verbreitet sind, kommen sogar Sänger aus dem Bergischen Land nach Hattingen. 80 Prozent sind Frauen. „Manche singen auch im Tenor. So ist die Stimme stärker besetzt und manche singen sowieso in der Stimmlage“, erklärt Wolfgang Steiger.

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