Schulklo-Report 2013

Julia Benkel
Foto: WAZ FotoPool
Die Hattinger Zeitung hat sich die Toiletten an sechs Schulen angeschaut: Die Schulleiter sprechen über ihren Kampf gegen mutwillige Zerstörung.

Hattingen.  Abgebrochene Türklinken, mit Farbe verschmierte Wände, mit Klopapier verstopfte Toiletten – der Gang zur Schultoilette fällt Schülern oft schwer. Auch die Hattinger Schulen hatten in der Vergangenheit häufig mit mangelnder Hygiene und mutwilliger Zerstörung in ihren Toiletten-Räumen zu kämpfen.

Gesamtschule Welper

„Momentan haben wir keine Vandalismus-Vorfälle auf unseren Schultoiletten zu verzeichnen“, zeigt sich Schulleiterin Elke Neumann zufrieden, trotzdem gebe es immer wieder Hygiene-Probleme: „Verunreinigungen entstehen, wenn sich Schüler nicht an die vorgeschriebenen Regeln halten.“ Auch das Reinigungspersonal beschwere sich zeitweise. „Wir suchen daher gezielt das Gespräch mit den Schülern.“ Auch die Schüler-Verwaltung beschäftigt sich mit den Toiletten. Im Schulgebäude Lange Horst sei der Sanierungsbedarf sehr groß: „Die Schultoiletten an der Marxstraße sind bereits neu und in einem besseren Zustand.“

Schulzentrum Holthausen

Fußtritte gegen Toilettentüren, zerkratzte Stahlbleche als Spiegel-Ersatz – Hausmeister Heiner Hippler berichtet über mutwillige Zerstörung auf den Toiletten an der Lindstockstraße. Trotzdem seien die Vandalismus- und Verschmutzungsfälle stark zurückgegangen, gibt Gerd Buschhaus, Schulleiter des Gymnasiums Entwarnung: „Durch die Bezahl-Toiletten hat sich die Lage entspannt.“ Vandalismus passiert meist dann, wenn Schüler sich unbeobachtet fühlen, weiß der Schulleiter aus Erfahrung. Durch die beaufsichtigten Bezahl-Klos fühlen sich mögliche Randalierer beobachtet und werden weitestgehend von ihrem Vorhaben abgehalten.

Gymnasium Waldstraße

„Wir hatten früher viel mit Vandalismus und Verschmutzung zu kämpfen“, erinnert sich Schulleiter Heinz Niggemann – Grund seien meist fehlgeleitete Frustrationen von Schülern, die ihre Aggressionen blind an Sachgegenständen ausließen. „Leider kann man die Verursacher meist nicht ausfindig machen.“ In diesem Schuljahr gab es bis auf kleinere Verschmutzungen noch keine Zwischenfälle im Bereich Vandalismus.

Realschule Grünstraße

„Wenn Schüler auf den Toiletten mutwillig Gegenstände zerstören, dann fühlen sie sich unbeobachtet“, beschreibt Heike Rest ihre Erfahrung. An der Grünstraße beugt man daher vor: Schüler, die während des Unterrichts die Toilette benutzen, müssen sich einen Schlüssel abholen und sich auf einer Liste eintragen – so ist nachvollziehbar, wer wann die Toilette benutzt und Verunreinigungen oder Zerstörungen hinterlassen hat. Das Konzept zeige bereits Erfolge, freut sich die stellvertretende Schulleiterin: „Seit Jahresbeginn gehen Verschmutzung und Zerstörung bereits deutlich zurück.“

Gemeinschaftsgrundschule Oberwinzerfeld

„Da geht schon einmal etwas daneben oder die Toiletten sind verstopft“, beschreibt Schulleiterin Barbara Bickert-Brenneken die Situation im Oberwinzerfeld. Vandalismus habe sie aber noch nicht erlebt. Den Hauptgrund für die Verunreinigung sieht die Schulleiterin in Unsicherheiten der jungen Schüler. In einem Brief an die Eltern bittet sie darum, mit den Grundschulkindern offen über das Thema Toiletten-Nutzung und Hygiene zu sprechen.

Gemeinschaftsgrundschule Niederwenigern

„Mutwillige Zerstörung gibt es auf unseren Schultoiletten nicht“, macht Schulleiterin Marion Reeck deutlich, erklärt jedoch: „Natürlich gehen manchmal Gegenstände kaputt.“ Ein anderes Thema sei die Hygiene auf dem Schulklo: „Mal wird nicht abgezogen, mal daneben gemacht oder mit Papier verstopfte Toiletten führen zu Überschwemmungen.“ Die Kinder seien sich der Konsequenzen ihres Handelns meist nicht bewusst und anschließend sehr betroffen. „Meist machen die Kinder die Verschmutzung dann sogar selbst wieder sauber.“