Schulhund fördert das Lernen

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Kleine Patienten in der Klinik Holthausen haben Laska in ihr Herz geschlossen. Das Tier unterstützt sie in vielen Fächern.

Hattingen..  „Mit ihr macht die Schule viel mehr Spaß“, sagt Leon (14). Gerade ist der Patient der Helios-Klinik etwas traurig. Sein Freund wurde entlassen. Aber dann jagt er im Garten hinter Laska her – und lacht. Laska trägt ein rotes Halstuch mit der Aufschrift „Schulhund“ - und kommt wie Leon aus dem Sauerland.

Seit kurzem begleitet der Labrador-Magyar-Vizsla-Mischling Besitzerin und Klinikschulleiterin Elke Römer in die Schule. „Laskas Mutter wurde als Therapiehund ausgebildet. Das fand ich eine gute Idee“, so die Lehrerin. Sie entschied, dass das auch etwas für ihren Vierbeiner ist. Die Ausbildung durchlief die zweijährige Hündin problemlos. Seit Juli lässt sie sich wunderbar in den Unterricht integrieren – aktiv und passiv. „Die bloße Anwesenheit wirkt auf viele Kinder beruhigend.“

Eine der ersten Schülerinnen, die mit Laska Kontakt hatten, ist Wenke (14). Schwerste Kopfverletzungen zog sie sich bei einem Fahrradunfall im April in Versmold zu. Als Mama Anke Müller von Laska hörte, war sie begeistert. „Meine Tochter mag Hunde, ich hatte gehört, dass Therapiehunde viel bewirken können. Da habe ich gleich gefragt, ob Wenke auch mit Laska in Kontakt kommen kann.“ Sie konnte. Und gleich beim ersten Treffen geschah, was ihre Mutter nicht für möglich gehalten hätte. „Wenke konnte das linke Bein nicht bewegen. Aber als Frau Römer ihr ein Leckerchen zwischen die Knie klemmen wollte, hob sie das Bein an.“

Kinder, die wegen einer Erkrankung stark zittern, können mit Laska ihre Motorik trainieren. Saskia (13), Diagnose Multiple Sklerose, kostet es etwas Mühe, ein Leckerchen aus der Dose zu holen, in einen Spielball zu friemeln, den zu werfen. Umso größer ist die Freude, wenn Laska sich ihre Belohnung schnappt. Englisches Vokabular, z.B. zum Thema Körper, wird mit Laskas Hilfe trainiert. „Viele Kinder haben Konzentrations- und Wortfindungsstörungen. Da ist das eine große Hilfe.“ Alina (12) drückt auf den Hundeklicker, wenn sie im von Elke Römer vorgelesenen Text ein bestimmtes Wort erkennt. Das Klick signalisiert Laska, dass sie sich ein Leckerchen abholen kann. Ihr das zu geben, ist für Alina Belohnung. Sie findet, Laska sieht „süß aus“. Sie zu striegeln, trainiert die Wahrnehmung.

„Da ist ja der berühmte Hund“, so die Mutter eines Patienten auf dem Flur. Aus einem Gang ruft eine Physiotherapeutin: „Könnt Ihr mal kurz reinkommen?“ Der Hund ist beliebt, geht auf die Kleinen zu. Aktuell zwei Mal, später drei Mal pro Woche soll Laska mit in die Schule kommen. An den anderen Tagen ruht sie sich in Frauchens Büro aus. Denn was spielerisch aussieht, verlangt ihr viel Konzentration ab.

 

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