Schüler spielen sich Wortbälle zu

Hatten viel Spaß beim Schreiben von Aphorismen und regten sich gegenseitig zu flotten Sprüchen an: Lea, Ann-Marie und Marie (von links) im Konferenzraum des Gymnasiums Holthausen. Fotos:Walter Fischer
Hatten viel Spaß beim Schreiben von Aphorismen und regten sich gegenseitig zu flotten Sprüchen an: Lea, Ann-Marie und Marie (von links) im Konferenzraum des Gymnasiums Holthausen. Fotos:Walter Fischer
Foto: Fischer / FUNKE Foto Services
  • Schulstunde mit Aphoristiker im Gymnasium des Schulzentrums Holthausen
  • Fachmann aus Recklinghausen animiert Schüler zu eigenen prägnanten Sprüchen
  • Diskussion über Weisheit, Kritik und Impuls

Hattingen..  Aphoristiker haben es nicht gern, als Sprücheklopfer bezeichnet zu werden, schickte der Gast im Schulzentrum seinen Erläuterungen voraus. Die kleine, nicht besonders verbreitete Gattung stellten Vertreter im Vorfeld des 7. Inter­nationalen Treffens dieses Wochenende im Stadtmuseum jetzt auch in Schulen vor.

Am Ende einer kurzweiligen Doppelstunde mit Helmut Peters spielten sich die Schülerinnen und Schüler beim abschließenden Wortdomino in Holthausen nicht nur erfolgreich die Bälle zu. Der zweite Jahrgang der Oberstufen-Qualifikationsphase im Gymnasium brachte auch selbst verfasste Aphorismen zu Papier, von denen wir einige vorstellen.

Helmut Peters schreibt seit 1977 auch Lyrik und Kurzprosa. Die Geduld, einen Roman zu schreiben, hätte der Recklinghäuser nicht, der das Motto vertritt: „Ich lebe nicht vom Schreiben, ich schreibe vom Leben.“ Viele könnten nicht vom Schreiben leben, erläuterte er. Selbst ist der 1950 Geborene inzwischen „hauptberuflich Rentner“.

Bezug zum Leben in der Schule

Am Freitagmorgen vertrat er auch seinen kranken Kollegen Thomas Häntsch gleich mit, mit dem er Gedanken, Bilder und Aphorismen zum Thema „Der Mensch an und für sich und im Besonderen“ in einem Büchlein zusammengetragen hat. Dessen Standpunkt ist: Ich bin nicht gedankenlos, deshalb will ich nicht wortlos sein.“

Nicht wortlos, aber zunächst wortkarger als am Ende der Aktion, als die Gedanken sprühten, waren zunächst die Schülerinnen und Schüler, die sich mit den Positionen des Aphorismus „Weisheit – Kritik – Impuls“ auseinandersetzten, wie es am Samstag Aphoristiker aus vielen Ländern im Stadtmuseum tun werden. Helmut Peters ist von Anfang an in Schulen und in Blankenstein dabei. Es macht ihm Spaß, junge Leute zu locken, sie zur Kritik anzuregen. Kein Problem, dass sie sich erst warmlaufen mussten. Der Referent war 27, als er sich Aphorismen zuwandte. „Traut euch“, animierte er mit Erfolg, und lobte immer wieder die Ergebnisse: „genial“.

Helmut Peters referierte nicht im luftleeren Raum. Er stellte immer wieder einen Bezug zu dem her, was sich in der Schule abspielt. Sowohl er als auch die jungen Leute fanden es wichtig, sich gerade an diesem Ort Gedanken zu machen und kritikfähig zu werden. „Eigenleistung ist ein wichtiger Aspekt, der vielleicht manchmal zu kurz kommt“, befand der Aphoristiker. Diskutiert wurde über Kriterien des Aphorismus, Abgrenzung zu anderen Gattungen, darüber, ob die Sprüche immer doppeldeutig sein müssen und ob der Verfall an Schulen nur gebäudetechnisch gemeint ist. Peters will seinen Kollegen die Sprüche der Schüler mitbringen und lud diese ein, am Samstag zum Treffen zu kommen.

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