Schilder sollen Schafe schützen

Lieb, nützlich und immer ein Hingucker: Schafe in einer Herde. Nur wenn sich Hunde nähern, gibt’s oft Stress.
Lieb, nützlich und immer ein Hingucker: Schafe in einer Herde. Nur wenn sich Hunde nähern, gibt’s oft Stress.
Foto: WAZ FotoPool
WAZ-Leser Frank Mai kennt den Stress, wenn Schafe auf Hundewiesen weiden. Sein Vorschlag, ein einfaches Plakat anzubringen, ist der Stadt zu aufwendig

Hattingen..  Sein Hund, sagt Frank Mai, sei zwar gut erzogen, aber wenn ihn der Treib- oder Jagdtrieb packe, gebe es kein Halten mehr. Damit auf der Hundewiese in Hattingen nicht Schafe zu Tode kommen, wie kürzlich in Witten geschehen, regt er ein Schild mit dem Hinweis auf die Schafherde am Eingang der Hundewiese an der Ruhr an.

Mai freut sich über die Schafe auf der Wiese, bemängelt aber, dass diese „zum Glück sehr große Wiese von keinem der beiden Eingängen komplett einsehbar ist“. Würden dort Schafhinweisschilder hängen, könnten Hundebesitzer entweder kehrt machen und woanders mit dem Hund Gassi gehen – oder das Tier angeleint über die Wiese führen. Denn Mai weiß um den Stress, wenn der Hund die Herde eher wittert als Herrchen sie sieht. Auch sein Hund versuchte die Schafe schon zu treiben. Zum Glück sei nichts passiert. Aber Stress pur sei eine solche Situation. Kein aufwendiges Schild schwebt ihm vor, sondern einfach ein DIN-A3-Blatt mit dem Hinweis und der Bitte, Hunde mit Jagdtrieb anzuleinen. Laminieren, lochen, befestigen mit Kabelbindern. Fertig. Einen eigenen Entwurf für ein solches Schild hat er auch schon als Vorschlag parat auf http://hundewiesen.com/archive/2344. Der sei „in fünf Minuten“ fertig gewesen.

Die Zäune, die der Schäfer aufstellt, stellen laut Mai für die Hunde kein Hindernis dar, die würden sie einfach überspringen – so wie auch sein eigener Vierbeiner. Darum seien die Infoschilder umso wichtiger. Im April – noch vor dem Zwischenfall in Witten – schrieb der Velberter, der die Hattinger Hundewiese viel nutzt, ans Ordnungsamt der Stadt Hattingen, um zu erfahren, wann die Schafe auf der Hundewiese eintreffen. Damit er seinen Vierbeiner anleinen kann. Eine Reaktion blieb zunächst aus. Mitte Mai wiederholte er seine Anfrage mit der Bitte, in Erfahrung zu bringen, ob nicht Schäfer oder Stadt solche Schilder anbringen könnten. Seine Mail wurde weitergeleitet an den Fachbereich Stadtbetriebe und Tiefbau, Abteilung Grünflächen. Dort müsse geprüft werden, hieß es, wann der Schäfer mit den Schafen den Bereich erreiche. Auch für Hinweisschilder sei dies der zuständige Fachbereich. Seitdem harrt Mai nach eigenen Angaben einer Antwort.

Die gibt Stadtsprecherin Susanne Wegemann gegenüber dieser Zeitung: „Ich weiß nicht, ob er eine Antwort erhalten hat. Wenn, dann würde sie lauten, dass wir kein Schild aufhängen werden, weil das personell viel zu aufwendig wäre. Wir müssten uns ständig mit dem Schäfer abstimmen und gucken, wann er kommt. Wir vertrauen darauf, dass die Hundehalter ein Auge darauf haben.“

 
 

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