Rot-Grün springt auf 57,6 Prozent

Sonntag, 18 Uhr, im Wahlkreisbüro: Prof. Rainer Bovermann (vorn rechts) hat sein Landtagsmandat verteidigt und jubelt über den Sieg. Foto: Svenja Hanusch/ WAZ FotoPool
Sonntag, 18 Uhr, im Wahlkreisbüro: Prof. Rainer Bovermann (vorn rechts) hat sein Landtagsmandat verteidigt und jubelt über den Sieg. Foto: Svenja Hanusch/ WAZ FotoPool
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Hattinger Ergebnis markiert eine satte Mehrheit für die Düsseldorfer Koalition.

Hattingen..  Sechs Kandidaten. Vier Gewinner. Zwei Verlierer. Das ist die Bilanz der Landtagswahl 2012 in Hattingen. Sie gilt für Personen wie Parteien gleichermaßen. Das Ergebnis spiegelt den Landestrend wider. Und hat seine eigenen Gesichter.

Rainer Bovermann (54) ist der große Gewinner der Wahl. Der Politik-Professor aus Welper zieht zum dritten Mal unangefochten in den Landtag ein. 51,9 Prozent der Hattinger haben ihn gewählt, im Wahlkreis 105 sind es 49,8. „Ein tolles Ergebnis“, sagt Bovermann. „Ganz eindeutig die Folge davon, dass bei der SPD Personen und Themen stimmen. Und: Die bisherige Minderheitsregierung hat gut gearbeitet.“ Auch bei den Zweitstimmen legen die Sozialdemokraten deutlich zu: in Hattingen von 41,9 auf 45,9 Prozent, im Wahlkreis von 40,8 auf 44,5.

Absturz bei der CDU. Regina van Dinther (53), mit kurzer Unterbrechung seit 1990 im Landtag, fällt in Hattingen von 29,9 auf 24,2 Prozent zurück und hat für einen Sitz im Landesparlament auf Listenplatz 36 nicht die besten Karten. Ihre Partei verliert in Hattingen von 29,3 auf 20,9 Prozent, im Wahlkreis von 28,8 auf 20,6. Für eine Stellungnahme war van Dinther nicht zu erreichen.

Gute Laune verbreitet am Wahlabend einer, der es zwar auch nicht in den Landtag schafft, aber zu den Wahlgewinnern zählt: Paul Frederik Lang (29) von den Grünen. Er holt in Hattingen 8,6 und im Wahlkreis 9,7 Prozent, freut sich aber natürlich viel mehr über das gute Abschneiden seiner Partei mit 11,7 beziehungsweise 12,1 Prozent – selbst wenn es für ihn mit Listenplatz 36 nicht reicht. „Die Arbeit der Koalition wurde wunderbar bestätigt. Das gilt übrigens auch für meine Tätigkeit im Kreistag“, sagt der Wetteraner.

Auch Ronald Mayer zieht nicht in den Landtag ein. Was den 31-Jährigen aus Haßlinghausen nicht daran hindert, sich „riesig“ über den großen Erfolg der FDP zu freuen. „Unsere Themensetzung war richtig“, findet Mayer, der in Hattingen 4,6 Prozent der Stimmen holte. Seine Partei fuhr 7,1 Prozent ein.

Ebenfalls „wirklich sehr zufrieden“ mit dem Wahlausgang ist Martin von Böhlen. Der 49-jährige Schwelmer ist für die Piraten in die Wahl gezogen, allerdings ganz ohne Listenplatz. Die 7,9 Prozent in Hattingen (7,8 im Wahlkreis) für seine Partei führt von Böhlen darauf zurück, dass viele Wähler neue Wege suchen. Gerade in Hattingen habe er viel Zuspruch gefunden.

Das gilt für Helmut Kanand wohl nur sehr begrenzt. Der Kandidat der Linken ist „sehr enttäuscht“ über das Abschneiden seiner Partei, die in Hattingen nur noch 2,4 Prozent holte und im Landtag nicht mehr vertreten ist. Er werde aber weitermachen, „auch außerparlamentarisch, die Probleme sind ja nicht gelöst“.

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