Reschop Carré in Hattingen feiert Geburtstag

Ulrich Laibacher
Handelszentrum im Herzen von Hattingen: Center Manager Jörg Waldrich vor dem Reschop Carré.
Handelszentrum im Herzen von Hattingen: Center Manager Jörg Waldrich vor dem Reschop Carré.
Foto: FotoPool
Das Reschop Carré in Hattingen wird am heutigen Mittwoch fünf Jahre alt. Das Handels-Haus, das lieber Stadtraum als Einkaufszentrum sein möchte, macht inzwischen 45 Millionen Euro Jahresumsatz.

Hattingen.  Am Anfang stand ein Pro und Contra. „Das Reschop Carré ist da. Es macht die Stadt lebenswerter und ist damit ein Gewinn für die Bürger.“ – „Braucht Hattingen ein Einkaufszentrum? Auf jeden Fall nicht dieses!“ So begannen die gegensätzlichen Kommentare in der WAZ Hattingen vom 2. April 2009, dem Tag der Eröffnung. Der erste Kunde im neuen Hattinger Einkaufszentrum war Ali Celik. Um 6.01 Uhr schon stand er an jenem Donnerstagmorgen an der Kasse von Saturn und sicherte sich sein persönliches Schnäppchen – einen MP3-Player im Sonderangebot. So also rollte der erste im Carré verdiente Euro nach Hattingen.

Fünf Jahre ist das jetzt her. Und natürlich sind dem ersten Euro viele weitere gefolgt. Auf rund 45 Millionen schätzt Jörg Waldrich den Jahresumsatz. Der Center Manager sieht das Reschop Carré zum ersten kleinen Jubiläum des Hauses bestens unterwegs. „Unsere Händler sind zufrieden“, sagt Waldrich (47). Gelobt werde dabei nicht nur der Umsatz, sondern auch der Handelsplatz Hattingen ganz allgemein. So ist der Center Manager sicher, dass sich mittlerweile gegenseitige Wertschätzung entwickelt und etabliert habe. „Die Altstadt-Händler sind froh über das Reschop Carré – und umgekehrt“, sagt Jörg Waldrich. Und führt dies vor allem darauf zurück, dass Standort und Größe des Hattinger Handelszentrums „optimal ins Stadtbild passen“.

„Ja, es passt“, sagt auch Rolf Jacoby. Er leitet die DM-Filiale in der ersten Etage des Carrés und berichtet, die Hattinger hätten das Angebot vom ersten Tag an positiv angenommen – und das, obwohl DM den anderen Standort an der oberen Heggerstraße weiterhin betreibt. Die guten Geschäfte in den Geschäften sind seiner Ansicht nach vor allem Folge der zentralen Lage und der gelungenen Branchenvielfalt. Übrigens: Kosmetikwaren und Fotoartikel laufen bei DM Hattingen besonders gut.

Kaum Fluktuation und Leerstände

Lobende Worte für den Standort Hattingen kommen auch von Hortensia Weidemann. Sie führt die Depot-Filiale im Carré-Erdgeschoss und räumt gerade Österliches in die Regale. „Wir sind hier sehr zufrieden“, lautet ihr Fazit.

Bei Depot ist die Bewertung eine Zwei-Jahres-Bilanz. Die Kette für Wohnaccessoires ist erst später eingezogen, nachdem die Thalia-Buchhandlung sich aus der Stadt wieder zurückgezogen hat. Dass es kaum Fluktuation oder Leerstände gibt, sieht Jörg Waldrich denn auch als Beweis für das Funktionieren des Reschop Carrés an. Ohne Mieter sind aktuell nur zwei Ladenlokale: das ehemalige Eiscafé Venezia, dem das Center Management Ende 2013 gekündigt hat, und ein Shop vor Kaufland, in dem zuletzt „Bubble Tea“ ebenfalls für Misstöne sorgte.