Realschule in Holthausen gefährdet

Foto: Hans Blossey
Sekundarschule ließe laut Schulentwicklungsplanung Gesamtschule wackeln.

Hattingen..  Die Hauptschule ist mit den Sommerferien Geschichte. Die Grundschule Rauendahl hat seit einem Schuljahr keine wissbegierigen Kinderstimmen mehr gehört. Damit ist das Streichkonzert noch nicht beendet. Wie der jetzt vorgelegte Schulentwicklungsplan für die Jahre bis 2016 vorzeichnet, ist der Bestand der im Jahr 2003 eingerichteten Marie-Curie-Realschule äußerst gefährdet.

Das gilt auch für die Grundschulen Alt-Blankenstein und Bredenscheid sowie nach Ansicht der Bezirksregierung für die katholische Nikolaus-Groß-Schule, deren Auflösung Arnsberg schon vorgesehen hatte – „da auch ein Grundschulverbund mit der städtischen Grundschule Winz-Niederwenigern wegen zukünftig zu geringer Schülerzahlen an beiden Schulen nicht realisiert werden kann“.

Inzwischen hängt die Messlatte für den Hauptstandort eines Grundschulverbunds nicht mehr so hoch, so dass dieser „alsbald gebildet“ werden könnte. Der Rat könnte ihn bei seiner Sitzung am 4. Oktober beschließen.

Beschlossene Sache ist für die Bezirksregierung, dass sie im kommenden Schuljahr den fünften Jahrgang an der Realschule im Schulzentrum duldet. Wie schon den laufenden, für den 44 Anmeldungen vorlagen. Mindestens 52 müssen es aber im Februar/März fürs kommende Schuljahr sein, sonst sind laut Arnsberg „schulorganisatorische Maßnahmen unumgänglich“.

Die richtige Schule zur richtigen Zeit in der richtigen Größe am richtigen Ort vorzuhalten: Das bedeutet Schulentwicklungsplanung laut Entwurf vom 23. Mai. Wie schwierig das sein kann, zeigt die Vorlage auch. Haben Maßnahmen an einer Schule doch Auswirkungen auf andere. Und was eine Schule für sich als richtig erachtet, kann mit Blick aufs Ganze auch umgestoßen werden.

Marie Curie will noch intensiver mit dem Gymnasium Holthausen zusammenarbeiten, bei Bedarf eine integrative Lerngruppe einrichten und mit Vereinen den Fachbereich Sport stärken. Die Bezirksregierung empfiehlt, frühzeitig Schüler von der Grünstraße „umzulenken“ und könnte sich auch vorstellen, um die Realschule in Holthausen zu stärken, die Züge an der Grünstraße um einen auf drei zu reduzieren.

Das hält die Schulleitung der Grünstraße nicht für sinnvoll. Ihr Profil sieht je eine bilinguale Klasse vor, eine iPad-Klasse mit informationstechnologischem Schwerpunkt, eine MINT-Klasse (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) und eine Regelklasse. Weniger Züge würden das Konzept vernichten und die Wahlmöglichkeit der Schüler einschränken.

Eine dreizügige Sekundarschule am Realschul-Standort in Holthausen wäre möglich, würde aber die Gesamtschule gefährden und problematisch sein für den regionalen Konsens mit Sprockhövel im Hinblick auf die Hauptschule Niedersprockhövel.

Zwischen 1990 und 2004 stieg die Schülerzahl von 6022 auf 7160. Im laufenden Schuljahr besuchen 6385 Schüler Hattinger Schulen. 2016 werden es 5344 sein. Aufs laufende Schuljahr bezogen bedeutet das einen Rückgang von 1041 Schülern – etwa 16 Prozent. In den letzten elf Jahren gingen die Schülerzahlen um 633 zurück, rund neun Prozent.

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