Raubkatzen, Zebras und Adlige in Welper

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Musical-Premiere in der Aula: „Graf August & Harmonie von Isenberg in Afrika“. Das aufwändige Bühnenbild hatten die Sängerinnen und Sänger gemeinsam mit Chorleiter Gerd Siebert selbst gebaut.

Hattingen..  Blass zieht feiner Nebel über die Ruhr. Der Mond scheint herab und beleuchtet mit seinem Silberlicht das gespenstische Wogen des Nebels und die kahlen Wände des Hattinger Heimatberges, des Isenbergs. Hoch oben, im Haus Custodis, lebt seit vielen Jahren der letzte Nachfahre der einstigen Burgherren, Graf August von Isenberg.

So las die Chor-Oma des Jugendchors Music Factory, der in der Gesamtschule in Welper die Premiere des Musicals „Graf August und Harmonie von Isenberg – Das erste Abenteuer der letzten Nachfahren der Isenburger Grafschaft“ feierte. „Unsere Chor-Oma hat die Rolle des Erzählers“ erklärt Chorleiter Gerd Siebert. „In einem großen ­Sessel und mit der Brille auf der Nase sitzt sie auf der Bühne und liest die Vorgeschichte zu unserem Stück“.

Die Geschichte hat der Chorleiter selbst geschrieben: Graf August und Harmonie von Isenberg machen sich mit ihren Zauberflugzeugen Molly und Robby auf den Weg nach Afrika, um im Toggo Toggo dem Stamm von Harmonies Mutter beizustehen. Es gibt Probleme mit der Trinkwasserversorgung, weil die „Lions“ – die bösen Nachbarn – die die Leitung gekappt haben.

„Ursprünglich wollten wir Jim Knopf aufführen, ich habe aber gemerkt, dass Hattingen so viele eigene Geschichten hat, aus denen man etwas Tolles machen kann“ schwärmt Siebert. „Die Isenburg hat mich schon immer interessiert, sie hat so etwas Mystisches.“

Auch die Sänger und Schauspieler sind begeistert: „August ist neugierig und will alle Geheimnisse aufdecken, genau wie ich“, erzählt die elfjährige Michelle, die die Rolle des Grafen übernommen hat. Nur so viel: Fortsetzungen mit weiteren Abenteuern sind bereits geplant.

Das aufwändige Bühnenbild aus Palmen, Holz- und Strohhütten, Fackeln und Trommeln sowie die beiden Zauberflugzeuge aus Schwerlastpappe hat der Chorleiter gemeinsam mit den Sängerinnen und Sängern – 20 Jungen und Mädchen zwischen 7 und 17 Jahren – gebaut, in den Herbst- und Sommerferien.

Als Gäste wirkten die Taekwondo-Gruppe vom Haus der Jugend sowie der Kinder- und Jugendchor Rheinbach bei dem Musical mit. Der Chor aus Rheinbach hat bereits im vergangenen Jahr „König der Löwen“ aufgeführt. Passende Kostüme für das Afrika-Thema hatten die Sänger deshalb bereits. Angereist sind sie mitsamt Maskenbildnerin, die nicht nur Rheinbacher in wilde Tiere verwandelte, sondern auch gleich noch das Schminken der Hattinger mit übernahm. Auch das Publikum durfte mitwirken. Bevor das Stück begann wurden Vogelpfeifen an alle Kinder verteilt. Die damit erzeugten Töne sorgten für eine exotische Stimmung.

 
 

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