Rassige Rhythmen und vibrierende Erregung

Joyce van de Pol. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Joyce van de Pol. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Stimmungsvolles Open-Air-Konzert von Jazz-Sängerin Joyce van de Pol und ihrer Band am Homberg.

Hattingen..  Jazz-Standards und Hits von den 40er Jahren bis heute präsentierten Sängerin Joyce van de Pol, Pianist Thomas Hufschmidt, Schlagzeuger Stephan Sagurna und Walfried Böcker am Bass im DGB-Gewerkschaftszentrum am Homberg.

Sie bringt südländisches Flair ins Ruhrgebiet: In einem stimmungsvollen Open-Air-Konzert bezaubert Sängerin und Moderatorin Joyce van de Pol ihr Publikum mit ihrer warm timbrierten, wandelbaren Stimme, die zu wundervoller Fülle aufblühen kann – wie in Charles Trenets „I Wish You Love“ zu Thomas Hufschmidts träumerisch präludierenden Akkorden und den markanten Schlagzeugakzenten von Stephan Sagurna.

Rassige Rhythmen und vibrierende Erregung kennzeichnen den Bossanova-Song „Aqua De Beber“ von Antonio Carlos Jobim, den Joyce van de Pol und ihre Band mit bezwingendem Charme lebendig werden lassen.

Kehlig und doch warm gewinnt ihre Stimme in Nat King Coles „Nature Boy“ zunehmend an Fülle, innig-bewegt gestaltet sie George Shearings „Lullaby Of Birdland“, das durch ein virtuoses Solo in punktierten Rhythmen von Schlagzeuger Stephan Sagurna die New Yorker Nachtclub-Atmosphäre der 1950er Jahre heraufbeschwört.

Verträumte 70er-Nostalgie klingt aus dem Liebesbekenntnis „Just The Way You Are“ von Billy Joel, mit rockigen Akzenten dagegen präsentiert sie den Blues „Route 66“. Überschäumende Lebensfreude strahlen auch Nina Simones Song „Feeling Good“ und die rassigen Sambarhythmen von Maria Grevers „What A Difference A Day Makes“ in der temperamentvollen Interpretation Joyce van de Pols aus; jazziger Barsound pur ist „You’ve Got A Friend“ von Carole King.

Ruhige Töne dagegen schlägt die ausdrucksstarke Vollblutsängerin in ihrer Ballade „Natural Woman“ an, deren Charakter durch die versonnenen, weich konturierten Klaviermotive Thomas Hufschmidts geprägt ist.

Zu dem fetzigen, harten Beat des provozierend-aufbegehrenden Songs „I Wish“ von Stevie Wonder klatschen mehrere Zuhörer spontan mit, bevor ein unterhaltsamer Abend mit Ray Charles’ „Hit The Road, Jack“ endet.

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