Projekt Kindergeburtstag

Vorsitzender Andreas Gehrke mit Tochter Patrizia (3). Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ FotoPool
Vorsitzender Andreas Gehrke mit Tochter Patrizia (3). Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ FotoPool
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Hattingen..  Der Kinderschutzbund stellt beim Tag der offenen Tür seine Arbeit und neue Angebote für Kleine und Große vor.

Eigentlich hat das Büro des Kinderschutzbundes Hattingen alles. Es liegt zentral, am Rande der Altstadt an der Friedrichstraße, im Erdgeschoss, ist also auch mit Kinderwagen, Gehhilfen oder Rollstuhl gut zugänglich. Und dann sind da noch Andreas Gehrke und seine freundlichen Mitstreiterinnen, die das Büro mit Leben füllen.

Weil aber bei allen guten Voraussetzung nicht genügend Menschen während der Öffnungszeiten vorbeikommen, hat der Kinderschutzbund zum Tag der offenen Tür eingeladen. Nun, trotz Kinderschminken und Kuchenbüfett brummt der Laden zwar auch an diesem Tag nicht. Aber die Besucher, die kommen, bleiben auf einen Plausch und nutzen die Zeit, sich in Ruhe umzusehen und das Angebot des Kleiderladens zu prüfen.

Für Andreas Gehrke ist es der erste Tag der offenen Tür als Vorsitzender der Hattinger Ortsgruppe. Im März hat er nach zwei Jahren als Schriftführer die Nachfolge von Heidemarie Lietz angetreten. Ein erstes Fazit: „Es ist vielleicht mehr Arbeit, als ich gedacht hätte“. Gehrke lächelt. Denn die viele Arbeit, die das Ehrenamt mit sich bringt, muss er ja nicht alleine leisten. Um ihn herum wirken Frauen, die schon seit Jahren im Kinderschutzbund aktiv sind.

Zum Beispiel Elke Kubisch. Sie ist seit 1976 Mitglied im Kinderschutzbund und über viele Jahre ehrenamtlich aktiv. Ihre Entscheidung für den Kinderschutzbund fiel aus einer einfachen Überlegung heraus: „Im Gegensatz zu vielen Organisationen, die bundesweit arbeiten, finde ich es wichtig, etwas in der eigenen Stadt zu machen“.

Auch Gehrke legt Wert auf den lokalen Bezug. „Ich finde es wichtig, dass wir hier Signale setzen“, erklärt er. Dazu zählt er das jährliche Kinderfest, das der Verein für kleine Hattinger und Sprockhöveler veranstaltet.

Ein Thema, das Gehrke und seinen Mitstreiterinnen besonders am Herzen liegt, ist Kinderarmut und soziale Gerechtigkeit. Auf Bundesebene müsse sich die Kinderlobby weiter für freien Zugang zu Bildung stark machen. In Hattingen wollen sich die Kinderschützer gezielt an Kinder aus finanziell oder sozial schwachen Familien wenden. Zum Beispiel mit Elternkursen, zum Beispiel zum Thema gesunde Ernährung.

Direkt für Kinder gedacht ist das Projekt „Kindergeburtstag“, das noch in diesem Jahr starten soll. Mitarbeiterinnen des Kinderschutzbundes organisieren Geburtstagsfeiern für Kinder, die sonst vielleicht kein Fest bekommen würden. Die Feiern, zu denen die Kinder auch ein paar Freunde einladen dürfen, sollen in öffentlichen Räumen wie Jugendzentren, aber auch in Gemeinderäumen stattfinden. Noch werden Kooperationspartner gesucht. „Was wir brauchen, sind Räume in den einzelnen Stadtteilen“, erklärt Gehrke. An die Kinder wird der Kinderschutzbund sich selbst wenden.

 

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