Offen sein und sich beruflich ausprobieren

Jutta Dinca
Jutta Dinca
Foto: WAZ
Gleichstellungsbeauftragte rät Jungen und Mädchen, sich auf Ungewohntes einzulassen.

Hattingen..  Sich ausprobieren und einlassen auf Berufsfelder, die sie vielleicht selbst gar nicht auf dem Schirm haben: Frauenbeauftragte Jutta Dinca hofft, dass das heute am Girls’ und Boys’ Day möglichst viele Jugendliche tun. Mehr Erzieher und Sozialarbeiter stünden ihrer Meinung nach der Stadt gut zu Gesicht. Wie sich der Alltag als Feuerwehrfrau anfühlt, die Probe aufs Exempel machen am heutigen Donnerstag 16 Schülerinnen.

Sie werden in der neuen Wache nicht nur hinter die Kulissen blicken, sondern aktiv mitmachen. Der Gleichstellungsbeauftragten geht es nicht darum, jungen Leuten Berufe schmackhaft zu machen, die sie nicht ergreifen möchten. Sie plädiert aber dafür, zu testen, neugierig zu sein, die Berufswahl offen anzugehen. Ob Mädchen Mathe mögen oder Jungs eine soziale Ader haben, sei nicht genetisch vorgegeben, sondern auch eine Frage von Erziehung und Vorbildern.

Dass Mädchen beim Lernen die Nase vorn haben und bessere Abschlüsse erzielen, ist so neu nicht. Das Statistische Landesamt für Information und Technik – technische Berufe sollen Mädchen am 23. April traditionell näher gebracht werden – hat für den speziellen Donnerstag heute die Schulabschlüsse des Vorjahres ausgewertet. Mit 686 machte der Anteil der Mädchen 47,5 Prozent aus. 317 machten Abitur, 24 erreichten Fachhochschulreife, 273 Fachoberschulreife, was Anteile von 54,3 sowie 50 und 44 Prozent bedeutet. 56 (30,4 Prozent) gingen mit Hauptschulabschluss ab, 16 – das ist ein Mädchenanteil von 50 Prozent an den weiterführenden Schulen – verließen diese ohne Abschluss.

Mehr Zeit verwenden Mädchen nach Erfahrung von Gerd Buschhaus, Leiter des Gymnasiums im Schulzentrum Holthausen, auf die Schule. Zumindest in der Unter- und Mittelstufe. In der Oberstufe kriegen dann auch die Schüler die Kurve und holen leistungsmäßig auf, ohne dass die Mädchen zurückfallen.

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