Nur noch Urnen fürs Familiengrab

Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
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Wasserprobleme zwingen die Stadt zur Teilschließung des Friedhofs Bredenscheid.

Hattingen..  „Die Entscheidung für eine Bestattungsform ist eine sehr persönliche und emotionale Angelegenheit, die es zu respektieren gilt.“ Und: „Trotz der Alternative ,Urnenbeisetzung’ kommt für viele Menschen nach wie vor nur eine Sargbestattung in Frage.“ Beide Sätze stehen in einer Vorlage der Stadtverwaltung für die heutige Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses und markieren einen Konflikt, der seine Ursachen in Wasserproblemen auf dem städtischen Friedhof V in Bredenscheid-Stüter hat. Dort nämlich muss die Stadt ihren Bürgern künftig Vorschriften für die Art der Bestattungen machen.

Seit Jahren schon gibt es auf diesem Gottesacker erhebliche Probleme mit dem sehr nassen Boden. Auch der Einbau einer Drainageleitung hatte keinen Erfolg. Nachdem – damals nur in Teilbereichen – Verwesungsstörungen festgestellt wurden, musste bereits 2002 ein großer Teil der Wahlgräber für Erdbestattungen gesperrt werden. 235 Grabstätten waren betroffen.

Inzwischen hat das Wasserproblem den gesamten Friedhof erfasst. Nur noch Reihengräber am oberen Rand der Geländes zur Straße hin sind für Sargbestattungen geeignet. Kein Problem sind und bleiben Urnenbeisetzungen. Sie sind auf dem gesamten Friedhof möglich. Was für eine sehr emotional gefärbte Alternative sorgt.

Denn die Stadt steht nun vor der Frage, ob sie den Friedhof an der Straße Am Wasserturm komplett schließt oder nur noch Urnenbeisetzungen erlaubt, was als Teilschließung anzusehen ist. Der Vorschlag an die politischen Gremien, sich für eine Teilschließung zu entscheiden, hat vor allem mit den bestehenden Nutzungsrechten an den vorhandenen Wahlgräbern zu tun. So hätten bei einer vollständigen Schließung Besitzer von mehrstelligen Wahlgräbern künftig keine Möglichkeit mehr, mit ihren Familienangehörigen in einer gemeinsamen Gruft beerdigt zu werden. Bleiben bei einer Teilschließung künftig Urnenbestattungen erlaubt, könnten Familienmitglieder weiterhin in direkter Nähe zueinander ihre letzte Ruhe finden.

„Im Ergebnis stellt die unvermeidbare Teilschließung für Sargbestattungen den geringeren Eingriff dar“, meint die Stadtverwaltung. Und weist darauf hin, dass dann der Friedhof auch „als Ort der Trauer und der Stille im Ortsteil“ erhalten bliebe.

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