Nur ein Schritt bis zur Currywurst

Liliane Zuuring
Foto: Fischer
  • Pommeskurve hat viele unterschiedliche Kunden – häufig Wiederholungstäter
  • Im Sommer essen Gäste an Stehtischen, die aus Holzfässern gefertigt wurden
  • Wünsche der Stammkunden sind der Chefin bekannt

Hattingen.  Vom Eingang der Pilgrimshöher Pommeskurve ist es genau ein Schritt bis hin zur Theke und zur Pommes Mayo. Oder zur Schinkenkrakauer. Und auf dem Parkplatz davor, gleich an der Haltestelle Katzenstein, stehen Lastkraftwagen neben Straßenreinigungsfahrzeugen, Motorräder neben schnittigen Sportwagen, großen Limousinen und in die Jahre gekommenen PKW.

Ob in Arbeitskleidung oder Anzug, ob in Turn- oder Stöckelschuhen: Wer den Schritt geht, der ist zumeist Wiederholungstäter. „Wenn ich hier vorbeikomme, halte ich hier an. Ich kann gar nicht anders“, sagt Andreas Spooren (60) von der Huk Coburg Hattingen, der heute mal auf die Wurst verzichtet und nur eine Pommes ordert. Die übrigens auch mit Snack-Dressing bestellt werden kann. „Das ist eine Hamburger Soße“, verrät Sabrina Weßiepe (34), die seit vier Jahren mitarbeitet. Und das gerne. Das Radio im Hintergrund lässt sie immer laufen. „Man kommt mit den Kunden ins Gespräch – über Gott und die Welt. Und manchmal auch nur übers Wetter“, sagt sie und begrüßt einen Kunden mit: „Hallo! Pommes mit Mayo und Currywurst?“ Der nickt. Seine Stammkundenwünsche sind bekannt.

Im Sommer sind die breiten Flügeltüren geöffnet, gerne essen die Gäste dann draußen an den beiden aus Holzfässern gebauten Stehtischen mit Kunstblumengestecken, Salz- und Pfefferstreuer, Aschenbecher oder an den drei Tischen mit Bänken. „Im Winter nehmen viele das Essen auch mit ins Auto. Manche essen an den kleinen Thekenelementen links und rechts der Theke“, so Geschäftsführer Patrick Müller. Klein ist die ganze Pilgrimshöher Pommesbude, deren Schriftzug rot-weiß daherkommt. 16 Quadratmeter Verkaufsraum sind es lediglich. Tabasco steht auf dem Tresen. Und hinten noch ein Glas mit „Chili-Öl. „Für die ganz Harten“, sagt Sabrina Weßiepe.

Alle packen mit an

Die Theke aus dunklem Holz und mit in Rottönen gehaltenem Fliesenspiegel, der sich an der Wand wiederholt, sieht schick aus. „Es soll ansprechend aussehen für die Kunden. Ein sauberes Erscheinungsbild ist wichtig“, so Müller. Ein rot-weiß-kariertes Handtuch ist noch einmal extra über die mit Deckeln verschlossenen Soßenbehälter gedeckt. Messer liegen auf Küchentuch. Die Frikadellen, Eierfrikadellen und Schaschliks beispielsweise werden zubereitet in der Küche des Restaurant Pilgrimshöhe gleich über der Pommeskurve. „Zum Zubereiten wäre das hier unten viel zu klein“, sagt Müller.

Täglich von 11.30 bis 21 Uhr ist der Imbiss geöffnet. Mittags und ab 17 Uhr gehen hier viele den einen Schritt vom Eingang bis zur Theke. Anna-Lena Schilder (28) und Tim Umbreit (33), beide unterrichten an der Gesamtschule, kommen zum Mittagessen gelegentlich hierher. Weil es ihnen schmeckt – und auch in Schulnähe ist. Ein Stehtisch, über dem sich ein großer Sonnenschirm ausbreitet, ist besetzt. Ein weiterer steht in der Sonne. Die beiden Lehrer blicken sich nach Schatten suchend um. Geschäftsführer Müller öffnet flugs einen weiteren Sonnenschirm: „In der Gastronomie packt man immer mit an, egal wo es gerade brennt.“ Und dafür geht er auch gern mal zwei Schritte mehr.