Neunjähriger schafft Test fehlerlos

Manuela Klumpjan
Manuela Klumpjan
Foto: Fischer
Zehn Lückentexte, verpackt als Geschichten, im Mini-Buch von Hattinger und Velberter Autorinnen zeigen auch Erwachsenen, was das Dass so alles kann.

Hattingen..  Lehrer und Personalchefs bekommen wahrscheinlich weitaus Schlimmeres vorgesetzt, als dass ein Schüler oder ein Bewerber die Wörtchen das und dass verwechselt. Manuela Klumpjan findet dagegen, dass beide leicht auseinandergehalten werden können und es nicht schwer sei, den Unterschied herauszufinden. Weshalb Fehler an dieser Stelle ausgemerzt werden könnten. Mit Jacqueline Montemurri hat sie deshalb den wohl schmalsten Band verfasst in der Sammlung der Bücher, die bisher in ihrem Edition Paashaas Verlag erschienen sind.

Lehrer und Privatleute hätten Bedarf an einem solchen Werk angemeldet, erzählt sie. Und erinnert sich schmunzelnd, dass auch bei den Autoren nachgebessert werden muss. „Zu allem gibt es Übungstexte“, sagt sie. Ob Mathe-Aufgaben oder Fremdsprachen: Im Netz werden Suchende fündig. Nur zu diesem speziellen Problem gebe es so gut wie nichts.

Jetzt gibt es zehn Übungstexte mit Einleitung, Erläuterungen und den jeweils richtigen Texten mit der Auflösung gleich dahinter. Ab dritter Klasse Deutschunterricht sollen sie eingesetzt werden. Im Unterschied zu anderen Übungstexten erzählt hier jeder der zehn auf jeweils einer Seite eine kleine Geschichte. Die zu verfassen auf wenig Platz, sei am schwierigsten gewesen, sagt Manuela Klumpjan. „Das kleine Format, eine Geschichte in 370 Zeichen, das war die größte Herausforderung“, zitiert sie Jacqueline Montemurri.

Die Lückentexte in dem Sachbuch „Was das Dass so alles kann“ orientieren sich eindeutig an Kindern. Was nicht heißt, dass nicht auch Erwachsene Spaß daran haben können. Zumindest aber lernen auch sie den richtigen Umgang. Das Dass geht einkaufen beim Bäcker, vergnügt sich am Meer, findet sich in der Schule ein, feiert Geburtstag, singt mit dem Kollegen, dem ein S fehlt, ein Lied, reist zum Mond, begibt sich auf Zeitreise, präsentiert sich als einmaliges Wesen und gibt dem Menschen, der mit dem Büchlein arbeitet, abschließend die Chance zu zeigen, dass er den Unterschied zwischen den Wörtern jetzt kennt.

Im Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis war Manuela Klumpjan mit den zwei Wörtern unterwegs. Die Ergebnisse haben sie teilweise sehr überrascht. „Ein Neunjähriger hat einen fehlerfreien Text geschickt. Ich war ganz begeistert“, freut sie sich. Insgesamt 60 E-Mails hat sie verschickt, um ihre Lückentexte testen zu lassen. 38 sind zurückgekommen. Vertreten waren alle Altersgruppen. Obwohl eine Woche Zeit war, der Test nicht spontan ausgefüllt werden musste und alle die Regeln hätten nachsehen können, gab es reichlich Fehler.

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