Neue Wege ins Wahrzeichen

Bewahrer des Alten und Motor des Neuen: Lars Friedrich, Vorsitzender des Heimatvereins, vor dem Bügeleisenhaus.
Bewahrer des Alten und Motor des Neuen: Lars Friedrich, Vorsitzender des Heimatvereins, vor dem Bügeleisenhaus.
Foto: WAZ
Das Bügeleisenhaus ist Schmuckstück der Stadt und Kleinod des Heimatvereins.Dessen neuer Vorsitzender Lars Friedrich setzt auf Öffnung – inhaltlich und zeitlich

Hattingen..  Der Mann sammelt. Gerne Historisches. Als Gründer des Mayerling-Archivs kümmert er sich seit 1989 um die Offenlegung der Quellen, die das historische Drama des Ortes erläutern. In jenem Jagdschloss im Niederösterreichischen starben am 30. Januar 1889 Kronprinz Rudolf und seine Geliebte Mary Vetsera. Die Umstände sind bis heute ungeklärt. Es war wohl so, dass der von Depressionen geplagte Rudolf zunächst seine 18-jährige Geliebte erschoss, ehe er sich selbst durch einen Kopfschuss tötete. Mehr als 4000 Medien zum Erzhaus Habsburg machen das Mayerling-Archiv zu einer der größten privaten Adels-Sammlungen in Deutschland.

Zurück nach Hattingen. Hier lebt der Mayerling-Fan. Er heißt Lars Friedrich, stammt aus dieser Stadt, ist 44 Jahre alt, verheiratet, hat zwei Kinder, arbeitet in der Marketing-Abteilung der Studienkreis GmbH in Bochum, nebenbei als Autor und Journalist – und seit gut 100 Tagen nun auch als Vorsitzender des Heimatvereins Hattingen.

Private bringen Hattinger Schätze

Friedrich denkt historisch. Auch im Kleinen. „Rainer Fehling, der als Vorsitzender jetzt aus persönlichen Gründen aufhören musste, hat die Basis gelegt. Ich baue darauf auf“, beschreibt Friedrich seinen Job beim Heimatverein. Aufbau heißt für ihn: Öffnung. „Das Bügeleisenhaus, seit 1954 im Besitz des Heimatvereins, ist ja berühmt und berüchtigt“, erklärt Friedrich den Ruf. „Als Wahrzeichen bekannt, nur nie geöffnet.“ Das sei jetzt anders. Derweil ist das historische Gemäuer am Haldenplatz nicht nur sonntags, sondern jeden Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr zugänglich.

Der personelle Einsatz zahlt sich aus. 1500 Besucher fanden 2012 den Weg ins Wahrzeichen der Stadt, 1400 sind es im laufenden Jahr bisher. Und: 150 Gäste begrüßte der Heimatverein 2013 bei externen Veranstaltungen. In der Kulturlandschaft ist der Heimatverein Hattingen unterwegs, in Schulen, in Kindergärten, in Kirchengemeinden. Viel Arbeit für einen Verein mit 80 Mitgliedern, der keine zehn Aktiven zählt. Der kein Geld von der Stadt bekommt, weil das Land Zuschüsse in Sachen Denkmalschutz gestrichen hat. Der auch noch das Alte Zollhaus unterhält. Der geführte Altstadtrundgänge anbietet. Der 2014 Schnadegänge neu ins Programm aufnehmen will.

Überhaupt: 2014. „Wir haben uns viel vorgenommen“, sagt Lars Friedrich. Das zentrale Ausstellungsprojekt trägt die Überschrift „Hattinger Schätze“ und lädt private Sammler ein, ihre persönlichen Hattinger Schätze im Bügeleisenhaus zu präsentieren. Zudem wird es eine Präsentation zum Thema „40 Jahre Altstadtfest“ geben.

 
 

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