Nachtschnittchen, mal ganz britisch

Foto: Biene Hagel
Zum Weihnachtsspecial im Henrichs hatte Moderator Helmut Sanftenschneider nur Gäste von der Insel eingeladen.

Hattingen..  Very britisch ging es am Montagabend bei den Nachtschnittchen im Henrichs zu. Moderator Helmut Sanftenschneider hatte bei diesem Weihnachtsspezial nur Gäste von der Insel eingeladen. So wurde es ein Abend voller Klischees und Wortspiele.

„Ich hoffe, in Hattingen ist heute nicht dead trousers“, begrüßt Charlotte Cavelle das Publikum. Als es kurzzeitig ganz still wird, entscheidet sie sich doch dafür zu übersetzen: „Tote Hose, ist doch klar.“ Von da an ist das Eis zwischen der Musicaldarstellerin und den insgesamt 199 Zuschauern geschmolzen. „Ich bin die fesche Charly“, stellt sie sich singend vor.

Keine Pause für die Lachmuskeln

Ihr britischer Akzent, ihr Kleid in Flaggenoptik, ihre charmante Art: So einer verzeiht man eine kleine Flunkerei gerne. „Wir Briten haben das schönste Wetter, das leckerste Essen und die beste Fußballmannschaft“, stellt Cavelle fest, die im Musical „Cats“ die Hauptrolle spielte. Auch über eine mögliche Einbürgerin macht sie sich Gedanken. „Deutschen Kartoffelsalat kann ich machen, im Liedtakt auf eins und drei klatschen wird schon schwieriger, einmal im Jahr mit der Deutschen Bahn fahren und pünktlich ankommen — eieiei“.

Als Helmut Sanftenschneider seinen nächsten Gast ankündigt, gibt es für die Lachmuskeln keine Zeit zum Durchschnaufen. „Auch wenn Sie einen Witz nicht verstehen, lachen Sie trotzdem“, fordert der Moderator. Aber das ist auch bei Johnny Armstrong nicht nötig. Der Comedian, unter anderem aus dem Quatsch Comedy Club bekannt, nimmt sich selbst gern auf die Schippe. In Jogginghose und Longsleeve betritt er die Bühne. „Eigentlich habe ich meinem Bart wachsen lassen, um mein Doppelkinn zu verdecken, doch jetzt...“ Armstrong streicht bedeutungsvoll durch seinen Rauschebart, deutet schließlich auf seinen Bauch. Er spielt mit den Unterschieden der deutschen und englischen Sprache. Bei ihm bauen sich die Witze nicht komplex auf, sondern sind direkt und ehrlich. „Eine Portion Pommes bitte“, erinnert er sich eine Imbissbudenbesuch. „Rot-weiß?“, habe da die Rückfrage gelautet. „Ich hätte am liebsten gelbe Pommes“, sagt Johnny Armstrong.

Auch Don Clarke kennt sprachliche Missverständnisse gut. „Ein Freund sagte zu mir: Ich muss zum Arzt, da geht kein Weg dran vorbei“, erzählt er. Und schiebt nach: „Ich habe bis heute nicht verstanden, wie der Freund den Arzt gefunden hat.“ Für alle Nicht-Muttersprachler hat er noch einen ganz praktischen Tipp. In der Kneipe könnten Sie Folgendes ausprobieren: „Zehn Bier auf mir! - Irgendein ein Klugscheißer ruft immer auf mich“, verspricht Don Clarke.

 
 

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