Musikalische Zahlenspiele

Was hat Musik mit Mathematik zu tun? Die Antwort gaben die Jungen Hattinger Sinfoniker bei ihrem Konzert in der Aula der Gesamtschule in Welper. Foto:Manfred Sander
Was hat Musik mit Mathematik zu tun? Die Antwort gaben die Jungen Hattinger Sinfoniker bei ihrem Konzert in der Aula der Gesamtschule in Welper. Foto:Manfred Sander
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Junge Hattinger Sinfoniker geben in der fast ausverkauften Gesamtschul-Aulaein stimmungsvolles Konzert. Zu hören: Filmmusik, Klassiker, Opernstücke

Filmmusik, Klassiker und Oper – die Jungen Hattinger Sinfoniker präsentierten am Freitagabend in der fast ausverkauften Aula der Gesamtschule ihre Vielseitigkeit in einem mitreißenden Konzert unter dem Motto „Zahlenspiele“.

Was hat Musik mit Mathematik zu tun? Die Antwort weiß eine große zweiteilige Uhr zu beiden Seiten des Bühnenportals. Sie zeigt Zahlen an, die etwas mit den gespielten Stücken zu tun haben. Drei plus eins – damit können nur die „Drei Musketiere“ gemeint sein, zu denen sich noch d’ Artagnan gesellt. Michael Kamens (1948-2003) Filmmusik zum Erfolgsroman von Alexandre Dumas interpretierte das Orchester mit viel Schwung.

Einen typischen „Tea Time“-Walzer hat Benedikt Brydern (*1966) geschrieben: Entsprechend der englischen Tradition des Fünf-Uhr-Tees steht er im 5/4- Takt statt im gewohnten 3/4-Takt. Diese rhythmische Vertracktheit meistern Bernd Wolf und die Jungen Hattinger Sinfoniker souverän und lassen dabei Walzerfeeling aufkommen.

Aber auch Klassik gestalten die Nachwuchstalente unter Wolfs Leitung packend: In zügigen Tempi interpretieren sie den ersten Satz der Sinfonie h-Moll, auch die „Unvollendete“ D 759 genannt, von Franz Schubert (1797-1828). Bebend-vibrierende Streicher im Wechselspiel mit Holzbläsern lassen eine dramatische Spannung aufkommen, die unter die Haut geht: Hier pochen die Pulse.

Auch Dirigent Wolf-Dieter Schäfer steuert ein Werk aus der Klassik bei: Den zweiten Satz aus Joseph Haydns (1732-1809) Sinfonie Nr 101 „Die Uhr“ spielt das Orchester mit nahezu kammermusikalischer Intimität, dynamische Akzente erzeugen Spannungsmomente. Astor Piazzollas (1921-1992) Café 1930 begeistert sowohl durch die nostalgischen Tangoklänge, die die Geschichte des Tanzes von seinen Anfängen in argentinischen Kaschemmen um 1900 bis in die 90er Jahre nachzeichnen, wie auch durch ein ungemein stimmungsvolles Oboensolo von Benjamin Völkel voll lasziv-subtiler Erotik.

Spontanen Applaus ruft Amilcare Ponchiellis (1834-1886) „Tanz der Stunden“ aus seiner Oper „La Gioconda“ hervor. Andere Höhepunkte des Konzerts sind die Filmmusik von John Williams (*1932) zu „Schindlers Liste“ mit einem nostalgischen, nuancenreich ausschattierten Solo von Geigerin Christiane Büscher unter Leitung von Gunnar Wirth. Und wie farbig die Musik von Johann Sebastian Bach klingen kann, zeigen die Jungen Hattinger Sinfoniker in ihrer Interpretation einer Bearbeitung der Fantasie und Fuge c-Moll von Edward Elgar (1857-1934).

Mit einem Augenzwinkern endet ein stimmungsvolles Konzert mit dem Tahiti Trot op. 16 von Dimitri Schostakowitsch (1906-1975) nach Voncent Youmans (1898-1946) „Tea for Two“.

 
 

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