Mülltrennung mit Fischer-Technik

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Roboter-AG des Gymnasiums Holthausen nimmt mit einem Modell zur Trennung von Abfällen an einem Technik-Wettbewerb teil.

Hattingen.  Statistisch gesehen produziert jeder Deutsche jährlich knapp eine halbe Tonne Müll. Dass die steigende Müllproduktion ein immer größer werdendes Problem ist, haben viele Nationen längst erkannt und tüfteln daher an aufwendigen Recycling- und Trennungsanlagen.

Auch im Gymnasium Holthausen hat man die Problematik bereits erkannt. In der Roboter-AG der Schule an der Lindstockstraße entwickelte eine Hand voll Sechstklässler daher seit vier Monaten ein Modell einer Mülltrennungsanlage. „Wir wollten uns der Müllproblematik stellen, weil auch die Schüler unserer Schule eine Menge Müll produzieren“, erklärt AG-Leiter Thomas Koch, der am Gymnasium Holthausen eigentlich Physik, Mathe und Informatik unterrichtet.

Mit dem 1,50 Meter langen und mehrere Kilogramm schweren Modell geht die AG heute beim Technikwettbewerb des Verbands der Elektrotechnik (VDE) in Essen an den Start. Bis die Elf- und Zwölfjährigen so weit waren, mussten erstmal Programmierungen geschrieben, Konstruktionen verändert und Dokumentationen angefertigt werden. „Das Modell, das komplett aus Fischertechnik-Materialien besteht, nutzt 15 Motoren und zahlreiche Sensoren“, so Koch. Die Lichtsensoren erkennen den Müll anhand seiner Dichte. Und unterscheiden so etwa zwischen Metall, Kunststoff oder Papier.

Wie ein großes Lego-Spielzeug

Zwei Mal die Woche für jeweils eine Stunde haben sich die Schüler in den vergangenen vier Monaten im Technikraum des Gymnasiums Holthausen getroffen, um das Modell – das wie ein zu groß geratenes Lego-Spielzeug aussieht – zusammenzubauen. Wie groß die Chancen für die Holthauser Schüler sind könne er nur schwer sagen, da auch Schüler bis zur 13. Klasse an dem Wettbewerb teilnehmen, erklärt Koch. „Es ist aber auch schon toll, dass wir uns überhaupt für die Endrunde qualifiziert haben.“

Der zwölfjährige Leon zeigt sich da schon optimistischer und prognostiziert für sich und sein Team einen guten zweiten oder dritten Platz. „Ich habe schon gesehen dass wir da einen harten Konkurrenten haben“, so der technikbegeisterte Sechstklässler. Eine AG habe einen Rohrinspektionsroboter entwickelt. „Das wird ein harter Brocken, aber die Jury wird uns einen Bonus geben, weil wir zu den jüngsten Teilnehmern gehören.“

Was Leon nach der Schule machen will, das weiß er auch schon. Ein Studium an einer technischen Universität natürlich. Aber auch wenn es damit nicht klappt, hat er einen Plan B. „Dann werde ich eben Pastor.“

 
 

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