Moderne Schnitzeljäger räumen auf

Frühjahrsputz und Geocaching am Kemnader See: Über fünfzig Schatzsucher wie Maja waren zum Frühjahrsputz erschienen.Foto:Fischer
Frühjahrsputz und Geocaching am Kemnader See: Über fünfzig Schatzsucher wie Maja waren zum Frühjahrsputz erschienen.Foto:Fischer
Foto: Fischer / WAZ FotoPool
Schöner Mitnahmeeffekt: Geocacher suchen Schätze und befreien dabei Kemnader See von Müll

Hattingen..  Früher ging man auf Schnitzeljagd, malte Zeichen an Bäume oder verteilte Äste in Pfeilform. Moderne Schatzsucher haben diese Hilfsmaßnahmen längst hinter sich gelassen und gehen mit GPS-Geräten (Satelliten-Navigation) auf die Jagd – zum Geocaching. Im Visier haben die Geocacher versteckte Geocaches: kleine Schatzkisten aus Plastik, die in der Regel ein Logbuch enthalten, in dem sich der Schatzsucher verewigen kann.

Besonderen Spaß macht die Schatzsuche aber dann, wenn mehrere Teams auf die Suche gehen. Und so fanden sich rund 140 Geocacher trotz Nieselregens am Kemnader See ein, um den gesuchten Schatz zu heben. Oder besser gesagt: die Schätze. Denn Mario Fuchs (35), Organisator der Geocaching-Aktion, hatte fünf der Kistchen rund um den See versteckt.

Der Wichtigste waren aber nicht die Schätze, sondern dass diese an Stellen versteckt wurden, an denen sich in der Vergangenheit besonders viel Müll angesammelt hatte. Denn der sollte von den Geocachern eingesammelt werden. Günstiger Nebeneffekt: Es wird mit dem schlechten Image der Geocacher aufgeräumt, die „ab und zu in Verruf geraten, weil sie sich abseits der Wege bewegen und so der Tier- und Pflanzenwelt schaden“, so Fuchs.

Ausgangspunkt war das Seglerhaus, welches ebenfalls über GPS-Koordinaten gefunden werden musste – für die meisten eine leichte Übung. Von dort aus stapften die Schnitzeljäger in kleinen Gruppen los, um den See vom Unrat zu befreien. Malina mit gerade mal zwei Jahren war wohl die jüngste Geocacherin an diesem Tag. Warm eingepackt trotzte die kleine Entdeckerin dem kalten Wetter. Immer mit dabei: das GPS. Ein bisschen Einfallsreichtum durfte jedoch auch nicht fehlen. „Einen Cache habe ich zum Beispiel in einem leeren Vogelkasten versteckt“, verriet Mario Fuchs. Ob den jeder gefunden hat? „Ich werde heute meinen tausendsten Logbuch-Eintrag holen“, so die erfahrene Geocacherin Astrid (44). Dass sie dabei auch den Müll einsammelt, findet sie gut: „Auch wenn der Müll nicht von mir kommt, muss man den auch einfach mal einsammeln.“

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