Mobbing im Internet

Markus Klapproth spielt einen Schüler, der gehänselt wird.
Markus Klapproth spielt einen Schüler, der gehänselt wird.
Foto: WAZ FotoPool
Beleidigungen in der virtuellen Welt: Theaterstück und Aussprache an der Gesamtschule zum Thema Cybermobbing

Hattingen.. Cybermobbing bedeutet Mobbing im Internet und ist ein ernst zu nehmendes Thema. Bei der Frage, wer von den 140 Sechstklässlern der Gesamtschule zu Hause Zugang zum Internet hat, melden sich fast alle. Und sogar im Kinderzimmer steht bei vielen der gerade einmal Elf- und Zwölf-Jährigen ein eigener Computer mit Internetverbindung. Der Kinderschutzbund hat aus diesem Grund das Theater „Comic on“ gebucht. Die Schauspieler behandeln im Stück Probleme, diskutieren anschließend mit den Sechstklässlern eigene Erfahrungen und, wie sie sich schützen können. Auch die Fünftklässler sahen zu.

Mobbing ist vielseitig: Kinder beleidigen andere, schubsen, treten, reißen die Schultasche weg, werfen Bücher auf den Boden. Passiert dies über einen längeren Zeitraum, ist die Rede von Mobbing. Bei Cybermobbing werden Menschen im Internet beschimpft und gedemütigt.

Im Theaterstück wird eine Schülerin heimlich gefilmt, während sie auf die Toilette geht. Das Video wird ins Internet gestellt, das Mädchen zum Gespött. Auch peinliche Fotos landen im Internet – für alle sichtbar. Das Mädchen bekommt fiese E-Mails zugeschickt und Nachrichten per Handy, weil jemand ihre Telefonnummer im Netz veröffentlicht hat. Eine schreckliche Vorstellung und bei manchen bittere Realität.

„Ich kenne einen Jungen, der so gemobbt wurde, dass er heulend nach Hause gelaufen ist und wochenlang nicht mehr zur Schule kam“, meldet sich ein Junge zu Wort.

Die Kommunikation im Internet ist weit gefächert. Da gibt es soziale Netzwerke wie Facebook oder SchülerVZ, bei denen man sich ein Profil erstellt und Fotos zeigen kann. Auf You Tube kann jeder aufgenommene Videos für alle sichtbar machen. Kinder und Jugendliche chatten auch per ICQ, schreiben Beiträge bei Twitter. Das sind nur einige Beispiele. Schön, wenn man daran Freude hat, – schlecht, wenn man Opfer vom Cybermobbing wird.

„Darf ich einfach ein Foto von jemandem machen“, fragt Schauspieler Markus Klapproth bei der Diskussion. „Nein, man muss erst fragen“, antwortet ein Junge sofort. „Und wenn ich dann gefragt habe und es mir erlaubt wird, dann kann ich das doch ins Internet stellen und Freunden zeigen, oder?“ Der Junge verneint: „Man muss noch mal fragen, ob man das Foto ins Internet stellen darf.“ „Auch wenn es ein schönes Bild ist?“, hakt Schauspielerin Jacqueline Grygier-Bethke nach. Einige rufen „ja“, andere schütteln den Kopf. Markus Klapproth: „Niemand darf ein Foto oder ein Video von euch ins Internet stellen, wenn ihr es nicht wollt. Das verletzt euer Persönlichkeitsrecht und ist verboten.“

Große Uneinigkeit gibt es bei der Frage, ob man wegen Mobbing zur Polizei gehen darf. „Wenn euch jemand tritt oder schlägt, ist das Körperverletzung – und darum kümmert sich die Polizei“, klärt Klapproth auf. „Wenn jemand eure Sachen klaut oder zerstört oder euch erpresst, sind das ebenfalls Straftaten.“

Wie kann man sich noch schützen? Bei der Diskussion kommt die Gruppe zu dem Ergebnis: Betroffene sollen Lehrer, Mitschüler, Eltern um Hilfe bitten. Das ist kein Petzen. Im Internet kann eingestellt werden, dass einem bestimmte Personen keine Nachrichten mehr schicken können. Auch können Profile bei den Betreibern gemeldet werden, wenn sie Fotos und Videos anderer unerlaubt ins Internet stellen. Sie müssen gelöscht werden.

 

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