Mit Drogen erwischt: Angeklagter muss 200 Euro Strafe zahlen

Foto: Walter Fischer
  • Bei einer Kontrolle waren beim Angeklagten fünf Gramm Marihuana und 0,5 Gramm Haschisch entdeckt worden
  • Er selbst nennt für den Drogenkonsum Stress auf der Arbeit und zu Hause als Grund
  • Vor Gericht zeigt sich der angehende Werkzeugmechaniker schuldeinsichtig

Hattingen..  Kurzer Prozess: Wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln hatte sich am Dienstag ein 18-jähriger Hattinger am Amtsgericht zu verantworten, nach nicht mal 15-minütiger Verhandlung hatte Frank Waab sein Urteil gesprochen: Der Angeklagte I. muss am Auflagenkursus „Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten“ der Caritas teilnehmen und 200 Euro Strafe zahlen.

Dieser Urteilsspruch sei nicht zuletzt „eine Verwarnung“ und solle ihm klar machen, dass er Unrechtes getan habe, betonte Waab. So waren bei I. am 19. August dieses Jahres – auch damals schon war I. volljährig – bei einer abendlichen Kontrolle am Schulzentrum Holthausen fünf Gramm Marihuana und 0,5 Gramm Haschisch entdeckt worden.

Er habe mit dem Drogenkonsum zwei Wochen zuvor begonnen und noch bis eine Woche, nachdem er bei jener Kontrolle „erwischt“ worden war, Marihuana konsumiert, sagte I.. Der Grund? „Ich hatte Stress auf der Arbeit und auch zu Hause“, erklärte der angehende Werkzeugmechaniker. Um Stress abzubauen, gebe es aber doch auch andere Möglichkeiten, merkte Richter Waab an. I. nickte schuldeinsichtig. Und versicherte, nie mehr Drogen nehmen zu wollen: „Meine Mutter noch mal so in Tränen zu sehen, das wäre das Härteste – nein.“

Das Eingeständnis seines Fehlverhaltens sei I. strafmildernd anzurechnen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Allerdings sei er zwischen Mai 2015 und Januar 2016 bereits drei Mal auffällig geworden: zwei Mal wegen Sachbeschädigung, einmal wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Es sei „nicht schön, sich alle naselang vor Gericht zu sehen“, mahnte Richter Waab. Aufgrund einer „nicht auszuschließenden Reifeverzögerung“, für die sich sowohl der Vertreter der Jugendgerichtshilfe als auch die Staatsanwaltschaft aussprachen – unter anderem, weil bei I. als Kind ADHS diagnostiziert worden war –, urteilte Waab aber nach Jugendstrafrecht: „Wir gehen davon aus, dass Sie so etwas künftig nicht mehr tun.“

 
 

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