Mit dem Segway um den Kemnader See

Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
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Mit dem Stehroller Segway ist man in einer Stunde um den Kemnader See.Mit 20 Stundenkilometern geht es vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten, erklärt in einem begleitenden Reiseführer.

Hattingen.. Kalter Wind pfeift durch die Haare, die Beine werden steif. Wer eine Tour auf dem elektrischen Stehroller Segway um den Kemnader See mitmacht, darf nicht zimperlich sein. Oder muss sich einen Tag mit wärmeren Temperaturen aussuchen.

Graue Wolken am Himmel, ab und zu fallen ein paar Tropfen Regen. Davon lassen sich die Teilnehmer der Segway-Tour nicht aufhalten. Einige sind mit Mütze, Schal und Handschuhen ausgerüstet. Wer nichts dabei hat, bekommt von Ralf Sostek, der die Roller verleiht, alles geliehen. Denn ohne Helm und ohne warme Kleidung geht hier gar nichts.

„Manchmal kommen im Sommer die Leute an und wollen im T-Shirt und ohne Handschuhe fahren. Da sag ich dann nur: Wo wollt ihr denn hin“, so der begeisterte Segway-Fahrer. Selbst Jacken hat er immer in seinem Bus mit dabei. Das aus gutem Grund. Wenn die Roller einmal loslegen, kann man 20 km/h erreichen und der Fahrtwind lässt den Körper bei der einstündigen Tour erstarren.

Gleichgewichtssinn gefordert

So leicht die Fahrt auf einem solchen Gefährt auch aussieht, so schwer ist der Beginn. Schon der wackelige Aufstieg will gelernt sein. Wenn man dann einmal steht, muss man genau die richtige Position herausfinden, damit der Roller weder nach vorne noch nach hinten fährt. Gerade stehen und sich so wenig wie möglich bewegen, lautet die Devise. Ein Segway wird nämlich nur durch den reinen Körpereinsatz gesteuert.

Nach wenigen Übungsminuten geht die Fahrt los. Über Lautsprecher, die an den Fahrzeugen hängen, erklärt Reiseführer Dirk Schmidt die Sehenswürdigkeiten am Seeufer. „Achtung, Bodenwelle“, ertönt zwischendurch ein warnender Ruf. Einmal ein wenig in die Knie gegangen, schon ist das Hindernis überrollt. Bei größeren Bodenwellen ist diese Reaktion noch wichtiger. Verleiher Ralf Sostek: „Einmal habe ich erlebt, dass ein Mann steif stehen geblieben ist. Daraufhin wurde er durch die Bodenwelle ein Stück in die Luft gehoben. Der Segway fuhr weiter und der Mann landete direkt hinter dem Roller auf den Füßen.“ Verletzt habe er sich nicht, aber einen ordentlichen Schreck bekommen.

Der Akku des Rollers hält drei Stunden

Michael und Beate Küper genießen die rasante Fahrt vorbei an Haus Herbede, der Burg Kemnade und über die Lakebrücke. Sie sind Wittener, deswegen kennen sie viele Orte schon. Aber diese von einem Roller aus anschauen zu können, sei einmalig: „Das macht unendlichen Spaß. Wir haben uns die Tour zum Geburtstag geschenkt.“

Nach einer Stunde ist die Fahrt beendet. Die ersten Schritte fühlen sich merkwürdig zittrig an. Nach einigen Metern legt sich dieser Effekt. Der Segway ist eine Alternative zum Fahrrad. Allerdings eine teure: 9000 Euro kostet so ein Roller. Der Akku hält drei Stunden, bis er wieder aufgeladen werden muss. Spaß macht das Gefährt in jedem Fall.

 

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