Mit dem Paddel zum Weltrekord

Martin Möllmann
Martin Möllmann
Foto: WAZ FotoPool
Der 24-jährige Hattinger Martin Möllmann will den Rhein bezwingen und mit seinem Kanu 1161 Kilometer in sieben Tagen schaffen.

Hattingen/Witten.  Vier Wochen noch, dann ist es so weit. Ende Mai wird sich Martin Möllmann in sein Kanu setzen und zu seinem größten Abenteuer aufbrechen.

Der 24-jährige Hattinger, der bei der Wittener Kanu-Gesellschaft (WKG) und bei der SG Welper mit im Boot sitzt, hat sich vorgenommen, den Rhein zu bezwingen. 1161 Kilometer, von der Quelle bis zur Mündung.

Als sei die Strecke vom schweizerischen Chur bis nach Rotterdam in Holland nicht schon Herausforderung genug, will der Elektrotechnik-Student die Tour in Rekordzeit schaffen. „Momentan steht der bei sieben Tagen, zehn Stunden und 16 Minuten“, sagt Möllmann. „Mein Ziel ist es, den Rhein in unter sieben Tagen zu bezwingen.“ Um das zu schaffen, will der Paddler täglich 170 Kilometer zurücklegen. Jeden Tag 17 Stunden auf dem Wasser. Für einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde, hofft er auf guten Wasserstand, gutes Wetter und möglichst viel Rückenwind. Dass das Unterfangen nicht ganz ungefährlich ist, ist ihm bekannt. „Es gibt zahlreiche Schleusen und ab Duisburg nimmt auch der Bootsverkehr zu. Da muss man immer ein Auge rechts und links haben“, so Möllmann. Große Sorgen mache er sich nicht. „Dafür habe ich ja lange genug trainiert.“ Seit einem halben Jahr hat der 24-Jährige sich intensiv mit viel Paddeln und Muskeltraining vorbereitet. Zuletzt ist er auf knapp 30 Stunden in der Woche gekommen. Da habe das Studium an der Technischen Fachhochschule in Bochum schon mal etwas zurückstecken müssen.

Der Rekordversuch sei ohne sein Team nicht möglich. Freunde würden ihn während der gesamten Woche begleiten. Teils auf dem Wasser, teils auf dem Land. Sie werden ihn mit Wasser und Nahrung versorgen. „Zudem haben wir ein Wohnmobil gemietet, damit ich direkt am Ufer übernachten kann.“ So könne er die Ruhezeiten auf wenige Stunden reduzieren.

Die Idee für den Rekordversuch ist ihm 2010 gekommen, als er eine Strecke von Worms nach Hattingen zurücklegte. Im selben Jahr habe auch der Schweizer Extrem­kajaker Corrado Filipponi den aktuellen Rekord aufgestellt, den Möllmann nun brechen will. Der Hattinger ist beim Kanufahren kein unbeschriebenes Blatt. „Ich fahre, seit ich laufen kann. Mit elf Jahren habe ich mit Kanu-Slalom angefangen“, erinnert er sich. Dabei konnte er bereits mehrere Westdeutsche Meistertitel holen. Außerdem gehört er zum NRW-Kader und wurde 2012 Deutscher Vize-Meister im Team. Die Tour auf dem Rhein wird die größte Herausforderung für Möllmann, der in der SG Welper sowie in der WKG Witten aktiv ist. Zweifel hat er keine. „Ich weiß, ich kann es schaffen.“

 
 

EURE FAVORITEN