Mielke sieht Grundsteuer am Limit

Ulrich Laibacher
Frank Mielke
Frank Mielke
Foto: Funke Foto Services
  • Anhebung der Grundsteuer B trifft mathematisch zwar alle, ist aber sozial nicht gerecht
  • Frank Mielke stammt aus einer sozialdemokratisch geprägten Familie
  • Für Hattingen sieht er eine gute Basis, sich im Umfeld der Großstädte zu behaupten

Hattingen.  Bis hierhin und nicht weiter. Frank Mielke legt sich fest. Die zusammen mit dem Etat 2016 fürs kommende Jahr bereits mit beschlossene erneute Erhöhung der Grundsteuern muss kommen. Dann aber sei die Obergrenze erreicht. „Eine weitere Anhebung müssen wir auf jeden Fall vermeiden“, sagt der Mann, der die Stadtkasse seit dem Wechsel von Frank Burbulla nach Herne im August 2015 kommissarisch gehütet hat und jetzt offiziell als Kämmerer und Personaldezernent im Amt ist (wir berichteten).

Dass seine Aussage eine psychologische und eine politische Komponente hat, ist dem 53-Jährigen klar. Psychologisch, weil die 1000-er-Marke bedrohlich nahe kommt. Politisch, weil die Erhöhung der Grundsteuer B mit Vermietern und Mietern mathematisch zwar alle trifft, sozial dann aber eben doch nicht gerecht ist.

Da kommt der Sozialdemokrat in Frank Mielke durch. Mit 16 Jahren trat der gebürtige Hattinger (im Pass steht Winz-Niederwenigern) der SPD bei. Sein Vater war da schon Stadtverordneter, später Ratsfraktionschef der SPD. Auch die Mutter saß für die Sozialdemokraten im Stadtrat. „Mich hat damals allerdings mehr die Bundespolitik interessiert“, sagt Mielke. Der Blick fürs Kommunale kam später. Und auch Funktionen bei der ÖTV, später bei Verdi. Ein Mandat bei der SPD hat Mielke nicht.

Bei der Verwaltung ist der neue Kämmerer seit 1979 an Bord. Der Beamtenanwärter Mittlerer Dienst baute sein Fachabitur, nach einem Dualen Studium seinen Diplom-Verwaltungswirt. Früh bekam er es mit Zahlen zu tun, leitete 1986/87 die Volkszählung. Später war er im Ordnungsamt aktiv, dann bei der Organisation, dann Büroleiter der Bürgermeisterin Dagmar Goch.

Seit 1997 leitet Mielke den Fachbereich Personal und Organisation und wird dies – wie die Stadtvorstands-Kollegen Freynik und Hendrix in ihren Bereichen – über die Dezernententätigkeit hinaus weiter tun.

„Von der 40-Stunden-Woche habe ich mich leider schon lange entfernt,“ erklärt der Gewerkschafter, der dabei hilft, die Verdi-Ortsgruppe Hattingen wiederzubeleben. „Wir brauchen Gewerkschaften“, sagt der Personalchef der Stadt.

Loslassen kann der 53-Jährige (verheiratet und kinderlos) bei Urlauben mit seiner Frau, die aus der Reisebranche kommt. „Das erdet“, meint Mielke. Und lasse ihn jedes Mal mit einem neuen Blick zurück in seine Heimat kommen – die Hattingen heißt, auch wenn er in Bochum wohnt. Kein Wunder, dass der Altstadt-Fan die Zukunft der Stadt vor allem über den Tourismus definiert. Und überhaupt: „Wir haben eine gute Basis, uns im Umfeld der Großstädte zu behaupten.“