Marie-Curie-Realschule wird früher aufgelöst

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Auf Wunsch der Realschule im Schulzentrum wird das Aus um ein Jahr vorgezogen. Zum 31. Juli 2016ist Schluss. Beide Realschulen planen nun „für einen guten Übergang zur Grünstraße“.

Hattingen.  Der Schulausschuss hat einstimmig beschlossen, die Realschule Marie Curie aufzulösen. Auf Wunsch der Schule ein Jahr früher als von der Stadt geplant. „Traurig, aber erleichtert“ haben Schüler, Eltern und Lehrer die Entscheidung zur Kenntnis genommen. „Die Zeit der Gerüchte ist nun vorbei. Wir haben einen Zeitplan, nach dem die Schulleitungen beider betroffenen Schulen die weitere Planung ausrichten können, damit 2016 ein guter Übergang zur Grünstraße geschehen kann“, so Schulleiter Jürgen Ernst aus dem Schulzentrum.

Dennoch: „Aus unserer Sicht hätte es nicht zu einer solchen Schließung kommen müssen. Leider hat der Schulträger 2011 einer Neugründung einer Gemeinschaftsschule trotz eindeutig zustimmenden Votums der befragten Eltern der Dritt- und Viertklässler nicht zugestimmt. Wir sind nach wie vor der Meinung, die Gemeinschafts- beziehungsweise Sekundarschule hätte eine tolle Ergänzung der Hattinger Schullandschaft dargestellt.“

Kräftig in Bewegung war die Schullandschaft auch beim Antritt der Realschule im Schulzentrum. „Viele der Lehrkräfte, die 2003 schon hier waren, erinnern sich noch an die nicht einfachen Startbedingungen. Wir sind damals angetreten, um einen Notstand zu beseitigen. Die Realschule Grünstraße hatte acht Klassen in einem Jahrgang, eine pädagogisch und organisatorisch inakzeptable Situation“, begründete Ernst als Schulkonferenzvorsitzender in der Sitzung. „Wir hatten damals sechs Wochen Zeit, um eine Schule in Gang zu bringen, die nicht nur, wie sonst üblich, mit einem Jahrgang, sondern direkt mit zwölf Klassen in vier Jahrgängen startete. Das ist in NRW, wenn überhaupt, selten passiert.“

Nach dem Blitzstart steht jetzt die Schließung an, die nicht ganz so zügig über die Bühne geht. Als belastende Situation für alle Betroffenen umreißt Jürgen Ernst die schrittweise Auflösung. „Schüler und Eltern haben Ängste, dass die erfolgreiche Schullaufbahn der Kinder gefährdet sein könnte.“ Bei unteren Jahrgängen herrsche erhebliche Unsicherheit. Daher wird die Klarheit durch den Schließungsbeschluss begrüßt. Für Lehrer sei wegen der vielen Schulauflösungen im Land NRW die berufliche Zukunft schwer planbar. Auch hier helfe der Beschluss. Blieben zum Schuljahresende nur noch vier Klassen, „sind nur noch wenige Lehrer hier. Die Stammbesetzung wird geringer, weil es schon vorher Versetzungen gibt.“ Je weniger die Schüler werden, um so mehr Lehrer kämen von außen. Werden abgeordnet. Stehen nur sporadisch zur Verfügung.

Ernst freut sich, dass die Schulform Realschule in Hattingen erhalten bleibt. „Die Schülerzahlen sinken. Eltern wählen für ihre Kinder im Hinblick auf die schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt verstärkt Schulen, an denen auf direktem Weg das Abitur erreicht werden kann.“ Es gebe aber Kinder, für die die Gesamtschule zu groß, das G8-Gymnasium zu schwierig sei.

 
 

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