„Man lebt als Fußgänger sehr gefährlich“

Sabine Kruse
So ist es richtig: Fahrräder dürfen in der Fußgängerzone nur geschoben, aber nicht gefahren werden. Foto:Volker Speckenwirth
So ist es richtig: Fahrräder dürfen in der Fußgängerzone nur geschoben, aber nicht gefahren werden. Foto:Volker Speckenwirth
Foto: Funke Foto Services
Leser-ReaktionenaufWAZ-BerichtüberRadler,diedasFahrverbotinderFußgängerzonemissachten.

Hattingen.  Zum Artikel über die steigende Zahl von Radlern, die das Fahrverbot in der Fußgängerzone missachten, äußern sich nun mehrere WAZ-Leser.

So sagt etwa Margot Schulte-Schrepping (82), sie sei „richtig wütend“, dass die Polizei in punkto radfahrende Radler in der Hattinger Innenstadt laut Dietmar Trust zurzeit „keinen Handlungsbedarf“ sehe. Der Polizeisprecher des EN-Kreises hatte zwar eingeräumt, dass man zuletzt „etwas mehr“ Fahrverbotsmissachtungen registriert habe, die Ausmaße aber seien „nicht so schwerwiegend“. Und: Meldepflichtige Verkehrsunfälle mit Radlern habe es in 2016 noch nicht gegeben. „Muss denn erst ein Unfall passieren, ehe man sich des Problems annimmt“, fragt sich dagegen die 82-Jährige.

„Fast täglich“ sei sie in der Fußgängerzone mit ihrem Rollator unterwegs, sehe jedes Mal „viele Radfahrer, die mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit durch die Stadt fahren“. Insbesondere die Heggerstraße bergab: „Man lebt als Fußgänger in der Fußgängerzone sehr gefährlich.“ Mehr Kontrollen wünscht die Rentnerin sich daher, höhere Geldstrafen. Und dass städtische Bedienstete keine Handhabe haben, radfahren-de Radler in der Innenstadt anzuhalten, sieht sie ebenfalls kritisch: „Das Gesetz müsste man ändern.“

Elfriede Stock, auch 82, sagt derweil, sie sei vor einiger Zeit sogar schon einmal von einem Radfahrer angefahren worden, als dieser – radfahrend – von der Heggerstraße in die Große Weilstraße einbog. „Zum Glück nur blaue Flecken am Arm“ waren die Folge, aber bis heute habe sie seitdem „jedes Mal Angst, wenn ein Radler an mir vorbeikommt“.

Für Hans-Michael Beckmann ist die Situation in der Fußgängerzone derweil „ein Symbol dafür, welche Rolle die Radfahrer in der Stadt einnehmen. Zugespitzt formuliert: keine“. Das Fahrverbot in der Fußgängerzone, Radwege, die teils „im Nirwana“ enden, nennt er als Beispiele. Und er fragt, wann „endlich ein Radkonzept umgesetzt wird, das seinen Namen wirklich verdient?“ Zumal der Radverkehr hier inzwischen „ein wachsender Wirtschaftsfaktor geworden ist“. Was er sich wünscht? Eine „längere“ Probephase, in der Radfahren in der Fußgängerzone erlaubt ist. Mit späterer Auswertung und dazu passenden Konsequenzen.