Männer knallen, Frauen leuchten

Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
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Bunt und laut ist angesagt – in der Altstadt und im historischen Ortskern Blankenstein sind Feuerwerke aber verboten.

Hattingen..  Hattinger wollen das ganze Programm, und zwar in einem Paket, Hattingerinnen mögen es eher romantisch: das Feuerwerk in der Silvesternacht. Zum Startschuss des Raketen-Verkaufs stehen vor allem junge und ältere Männer Schlange, um „Paradise City“, die Multi-Effekt-Raketen zu kaufen. In der Altstadt werden sie aber nicht zu sehen sein, dort ist das Knallen nämlich streng verboten.

Dieter Sprock (47) nimmt zu den zwanzig Raketen noch achtzig Super-Böller. Sowohl bunt soll es um Mitternacht am Himmel aufleuchten, als auch ordentlich Krach machen. René Hosch (18) und seine Freunde zünden die Raketen und Knaller selbst an. „Laut ist immer gut“, finden sie. Bei Frauen sind stattdessen die schönen Wunderkerzen beliebt, die ganz still und leise goldene Funken sprühen.

Was hingegen nicht mehr im Trend liegt: Bleigießen. „In den letzten Jahren war das Bleigießen nicht mehr angesagt, dieses Jahr verkaufen wir es daher gar nicht“, sagt Daniela Habermann, stellvertretende Marktleiterin von Rewe im Bruchfeld. Vor allem Pakete für rund zehn Euro sind begehrt, in denen es sowohl Knallteufel, China-Böller und verschiedene Raketen gibt.

Die werden allerdings nicht in der Altstadt in den Himmel geschossen. Dort und im historischen Ortskern Blankenstein sind Feuerwerke verboten. Seit 2009 gibt es das bundesweit geltende Sprengstoffgesetz, das verbietet, Raketen und Knaller in der Nähe von Reet- und Fachwerkhäusern zu zünden. „Die alten Gebäude sind besonders brandgefährdet, es gibt kaum Abstand zwischen den Häusern und die Feuerwehr kann im Notfall nicht gut in die engen Gassen gelangen“, erklärt Stadtsprecher Thomas Griesohn-Pflieger. Er appelliert an die Vernunft der Bürger.

Die hätten sich auch in den letzten Jahren weitgehend an das Verbot gehalten. Wer es dennoch nicht lassen kann, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss teures Bußgeld zahlen. „Die Fachwerkhäuser sind ein schützenswertes Gut, sie stehen unter Denkmalschutz“, begründet Jürgen Rabenschlag vom Fachbereich Feuerwehr und Rettungsdienst. „Die Ordnungsdienste werden darauf achten, ob das Verbot eingehalten wird.“ Zu einem Einsatz sei es bisher zum Glück noch nicht gekommen.

Dafür herrscht generell Hochbetrieb in der Silvesternacht. „Die volle Besatzung des Rettungsdienstes und der Feuerwehr steht bereit, damit wir sofort vor Ort sein können.“ Auffällig mehr Unfälle hat es in den letzten Jahren nicht gegeben. Allerdings werden Feuerwerksbatterien zunehmend beliebter -- einmal angezündet, rauschen gleich achtzig Farbfontänen nacheinander in die Lüfte. „Wenn Feuerwerke immer größer werden, kann es auch schneller zu Verletzungen kommen“, weiß Jürgen Rabenschlag, „häufig verletzen sich Menschen im Gesicht oder verbrennen sich an den Händen. Das kann auch sehr dramatisch werden: in schlimmen Fällen verlieren Menschen Auge oder Finger.“ Deshalb ist Vorsicht angesagt. „Nur Erwachsene – und zwar nicht alkoholisierte – sollten Raketen zünden“, warnt Rabenschlag.

Sonst kann es nicht nur am Himmel bunt und laut werden.

 
 

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