Hattingen

Lückenschlüsse und leises Gewerbe

Holthausen auf Wachstumskurs: Wie hier im Baugebiet Am Kistner entstanden in den vergangenen Jahren viele neue Wohnungen.
Holthausen auf Wachstumskurs: Wie hier im Baugebiet Am Kistner entstanden in den vergangenen Jahren viele neue Wohnungen.
Foto: Hans Blossey
Holthausen ist für die Zukunft gut aufgestellt, meinen die beidengroßen Parteien im Ortsteil. Und beziehen die HWG-Pläne ausdrücklich mit ein.

Hattingen.  . 5915 Einwohner zählte Holthausen zum letzten Stichtag der Landesstatistiker. Die großen Neubaugebiete Altland und Kistner haben dazu beigetragen, dass der Stadtteil neben Stadtmitte und Winz-Baak, Welper und Niederwenigern zu Hattingens großen zählt. Wenn es nach den Einschätzungen von SPD und CDU im Ortsteil geht, soll das auch so bleiben. Kontrolliertes Wachstum inbegriffen.

Zwar soll es großflächigen Siedlungsbau künftig nicht mehr geben, sagen übereinstimmend Carsten Bäcker und Ralf Göbel. Mit dem allerdings, was die HWG der Politik zuletzt auf den Planungstisch gelegt hat, könne man sich grundsätzlich durchaus anfreunden. „Städtebauliches Entwicklungskonzept Holthausen West“ ist das zehnseitige Papier überschrieben, in dem das Herdecker Planungsbüro Pesch die Entwicklung der HWG-Flächen im Stadtteil aufzeichnet. Knapp sieben Hektar Freifläche werden für neue Siedlungen überplant. 240 neue Wohnungen sollen entstehen. Und das, obwohl das von Rat und Verwaltung verabschiedete Stadtentwicklungskonzept 2030 vorsieht, neue Wohnbauflächen nur noch in sehr begrenztem Umfang vorzusehen. „Innen vor außen“ solle die Stadt künftig entwickelt werden.

„Das passiert ja“, sagt Carsten Bäcker (51). Der stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende erinnert daran, dass die jetzt vorgelegten Pläne im Kern seit Jahrzehnten bekannt seien, die Wohnungsgenossenschaft die Umsetzung nur unterbrochen habe. „Es ist eine Innen- und keine Außenentwicklung, weil die geplanten Baukörper Lückenschlüsse sind“, meint Bäcker. „In Richtung Blankenstein oder Bredenscheid ins Grüne zu bauen, würden wir nicht mitmachen. So aber macht das Sinn.“ Hattingen brauche Wohnungen. Das sehe man aktuell beim Problem der Asylunterkünfte. „Es gibt keine Überhänge für Fluktuation. Das ist nicht gut“, so Bäcker.

Ähnlich sieht das auch die CDU. „Gegen sinnvolle Lückenschlüsse bei der Wohnbebauung ist nichts einzuwenden“, betont Ortsverbandsvorsitzender Ralf Göbel (51). Und: Dass früher Mietwohnungen geplant wurden und jetzt Eigenheime, entspreche eben dem Wandel der Zeit. „Es muss passen und es wird passen“, blickt Göbel zuversichtlich nach vorn.

Auch beim Thema Gewerbegebiete sind sich SPD und CDU einig. Ja zur Entwicklung im Ludwigstal, nein zur Ausweitung Richtung Drehnhausen, ja zu Erweiterungen und zu Neuansiedlungen von leisem Gewerbe – da rammen SPD und CDU dieselben Pflöcke ein.

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