Lesegebühren am Automaten zahlen

Testen den Automaten: Dezernentin Beate Schiffer mit Mia (3), links, und Brigitte Schulz ( Freundeskreis der Stadtbibliothek mit Zoe, 2 ). Im Hintergrund (v. l.) Antony Vavrinek von der Automatenfirma, Birgit Langhausen (Fachstelle Bibliotheken NRW) und Bernd Jeuken, Leiter der Stadtbibliothek.
Testen den Automaten: Dezernentin Beate Schiffer mit Mia (3), links, und Brigitte Schulz ( Freundeskreis der Stadtbibliothek mit Zoe, 2 ). Im Hintergrund (v. l.) Antony Vavrinek von der Automatenfirma, Birgit Langhausen (Fachstelle Bibliotheken NRW) und Bernd Jeuken, Leiter der Stadtbibliothek.
Foto: Funke Foto Services
Ausweisgebühren kassieren nur die Mitarbeiter der Stadtbibliothek. Mit anderen Gebühren können Kunden zeitsparend die neue Maschine füttern.

Hattingen..  Wer nur schnell in der Mittagspause Schulden in der Stadtbibliothek begleichen möchte, muss nicht mehr viel Zeit mitbringen und braucht sich auch nicht in eine Schlange von Kunden einzureihen: Er flitzt schnell rein und zahlt am Automaten. Anders als beim Parken muss der Leser den Betrag noch nicht einmal passend haben. Restgeld wird rausgegeben.

Seit zwei Wochen steht der neue Automat im Eingangsbereich der Bibliothek im Reschop Carré. Am Montag wurde er der Öffentlichkeit vorgestellt. Bibliotheksangestellte Daniela Lindgraf drückt Beate Schiffer, der Beigeordneten der Stadt, zwei Euro in die Hand. Und einen Leseausweis. Wer 18 Euro Jahresgebühr bezahlt hat und wenn die Frist nicht abgelaufen ist, wird normalerweise nicht zur Kasse gebeten. Es sei denn, er bedient sich in den Regalen mit sehr aktuellem Lesestoff, für den ein Euro Aufschlag fällig wird, oder hat die Ausleihzeit überzogen und schuldet der Stadtbibliothek Geld für die Überschreitungen und möglicherweise Mahngebühren. Beigeordnete Beate Schiffer ist mit dem vorher präparierten Ausweis nur einen Euro im Soll. Zwei wirft sie ein, nachdem der Automat den Strichcode des Ausweises erkannt hat, einer kommt retour. Auf Wunsch gibt es auch eine Quittung.

Durch den Automaten wollen Bernd Jeucken und sein Team nicht weniger Kontakt zu Kunden haben, sondern mehr Zeit für sie für die Beratung. Und vorhalten, was für moderne Bibliotheken heute Standard ist. Auch die Mitarbeiterinnen haben zunächst nicht weniger zu tun, sondern eher mehr. Müssen sie doch abrechnen und den Automaten auch mit Wechselgeld füttern.

Eigenmittel sind nicht in die Neuerung geflossen, die als Investition in die Zukunft gesehen wird und den zweiten Schritt dorthin bedeutet. Der erste wurde vor etwa einem Jahr mit dem Rückgabegerät vor der Stadtbibliothek gemacht. Unabhängig von Öffnungszeiten können Leser Bücher zurückgeben – sofern das Carré geöffnet hat. Beide Automaten zusammen kosteten 30 000 Euro. 80 Prozent hat das Land übernommen, so Jeucken, der Förderverein hat einen Betrag dazugetan.

Vorigen Samstag hatte die Bibliothek wegen Arbeiten am Server der Verwaltung geschlossen. 1000 Medien wurden vor der Tür zurückgegeben. Da das Gerät nur 250 fasst, musste eine Mitarbeiterin trotz der Schließung arbeiten und mehrmals leeren. Anthony Vavrinek von der Firma Trecs, von der der Zahlautomat stammt, erläutert, was mit dem Automaten möglich wäre. So könnten nicht nur die 5500 Leser, zehn Prozent der Hattinger, auch Konzertkarten bezahlen, wenn die Stadt es wünschte.

EURE FAVORITEN