Kunstunterricht der besonderen Art

Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
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Bei einem Steinzeit-Workshop zeichneten Schüler Höhlenmalereien nach.

Hattingen..  Dieser Kunstunterricht wird den Schülern der Gesamtschule an der Marxstraße wohl noch länger in Erinnerung bleiben. Passend zur Steinzeitausstellung, die derzeit im Bügeleisenhaus zu sehen ist, nahmen die Fünftklässler an einem Steinzeit-Kunstworkshop teil.

Während die Mädchen sich die Ausstellung anschauten, griffen die Jungs in den Räumen der Kunstschule Die Basis zu Pinsel und Farben. Doch bevor es ans Malen ging, wurde erstmal etwas Theorie gepaukt. Workshop-Leiterin Annette Altland zeigte den Schülern zunächst Bilder von Steinzeitmalereien, die in Höhlen gefunden wurden. Die Fotos zeigen zumeist Wildtiere, aber auch Umrisse von Menschen. Die ältesten Malereien werden auf mehr als 30 000 Jahre geschätzt. „Was meint ihr denn, womit die Bilder gemalt wurden?“, fragt Altland die Nachwuchs-Künstler und blickt in ratlose Gesichter. Anders als heute konnte man damals noch nicht in den nächsten Bastelladen um die Ecke gehen und sich einen Farbmalkasten kaufen. „Die Menschen mussten sich anders helfen.“ Kleine Säckchen mit farbigem Pulver holt die Künstlerin hervor. „Farbpigmente“, sagt sie. „Das sieht wie Currypulver aus“, ruft einer.

Diyar (11) weiß wo die Pigmente herkamen. „Die Steinzeitmenschen gewannen es, indem sie farbige Steine ganz stark zerrieben.“ Doch das Pulver alleine reichte noch nicht zum Malen. Zusammen mit einem rohen Ei, etwas Wasser und einem Teelöffel Leinöl verrührten die Schüler die Farbpigmente in einer Schale zu einer schaumigen Masse. „Es kommen nur Materialien zum Einsatz, die bereits in der Steinzeit verwendet wurden“, erklärt die Kursleiterin. Die Menschen seien damals sehr erfinderisch gewesen. So hätten diese versucht, mit Speichel und sogar Blut zu malen. Statt Leinöl verwendeten Steinzeitmenschen tierische Fette – wie Fischöl – oder gewannen es aus Sonnenblumenkernen. Das Einzige, was bei dem Workshop nicht authentisch war, seien die Pinsel gewesen. „Dafür haben sie Wurzeln, Äste oder Zweige benutzt, auf denen sie so lange herumgekaut haben, bis diese fransig genug waren, um damit zu malen.“ Teilweise wurden aber auch echte Tierhaare, etwa von Füchsen oder Dachsen, verwendet.

Auf einem Stück Raufasertapete sollten anschließend die Fotos der Höhlenmalereien nachempfunden werden. Damit der Hintergrund wie eine Höhlenwand aussieht, durften die Gesamtschüler kreuz und quer über die Tapete malen und verschiedene Farben verwenden. Die eigentliche Zeichenarbeit sollte aber noch folgen. Dazu bekamen alle Schüler kleine Kohlestifte, mit denen sie die Umrisse von Tieren und Menschen malten. Während Nico (11) einen erlegten Jäger und Fabio (11) einen Ochsen zeichnete, verewigte sich Mitschüler Michel namentlich auf seiner „Steinwand“. „Sehr schön“, fand auch die Workshop-Leiterin die Höhlenmalereien, die in den kommenden Tagen in der Gesamtschule aufgehängt werden sollen.

 
 

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