Kunst zum Lesen

In der Stadtbibliothek wurde die Ausstellung „Das Buch“ eröffnet.
In der Stadtbibliothek wurde die Ausstellung „Das Buch“ eröffnet.
Foto: WAZ FotoPool
Skulpturen und Gemälde zum Thema „Buch“: Die Gruppe Ruhr 2011 hat eine Ausstellung in der Stadtbibliothek eröffnet

Hattingen..  Da sitzt eine Frau, in der Hand ein aufgeschlagenes Buch; ihr Blick ist darin vertieft – während hinter ihr eine andere Frau erwürgt wird. Eine Hand drückt auf die Kehle. Die Frau mit dem Buch hält auch einen Teebeutel fest, dessen rote Flüssigkeit wie Blut hinabtropft.

Das passiert nicht wirklich: Die Szene ist mit Öl und Acryl auf eine Leinwand gemalt. Und das Exponat „Lesende-Krimi“ von Silvia Szlapka gehört zu der Kunstausstellung „Das Buch“, die jetzt in der Stadtbibliothek zu sehen ist.

Neun Künstlerinnen und Künstler gehören zur Gruppe Ruhr 2011. „Wir haben uns vor einem Jahr gegründet, um uns gemeinsam weiterzubilden, unsere Gedanken und Inspirationen auszutauschen“, erklärt Gerhard Gröner. Die Künstler haben sich auf Ausstellungen kennengelernt. „Jeder Künstler ist ein Stück weit auch für sich alleine, daher ist es schön, wenn man auf andere Engagierte trifft, die das Interesse an der Kunst teilen.“

Also kamen sie zusammen und beschlossen ihre erste gemeinsame Wanderausstellung. Sie sprachen über ihre Assoziationen und Phantasien zum Thema „Buch“. Danach hat jeder Künstler etwas Eigenes geschaffen. „Wir wussten grob, woran die anderen arbeiten, aber das Ergebnis war auch für uns eine Überraschung“, sagt Gröner.

Arsène Wiesemann malte mit Ölfarben ein detailliertes, wirklichkeitsgetreues Porträts des Lyrikers Erich Fried. Gerhard Gröner arbeitete an einer Skulptur aus Fichte- und Lindenholz: Bei dem Werk „Stammbuch“ ist ein helles Holzbuch an einem Baumstamm befestigt, darauf steht: „Ein Buch ist ein Buch ist ein Buch“. „Der Stamm ist alt und symbolisiert die Gutenbergsche Buchdruckkunst“, erklärt Gröner, „das junge Buch daran ist ewig.“

Auf zwei Etagen sind die Werke in der Stadtbibliothek zwischen Bücherregalen platziert, einige muss man suchen, andere fallen sofort ins Auge. Wie die Installation „Schillerlocke“ von Monika Wellnitz. Das Werk erinnert an eine Papiergirlande, aus vielen Buchseiten, die aus der oberen Etage an einer Säule herab hängt. „Ich habe Bibliotheken aufgesucht und dort spontan aus den Regalen Bücher entnommen und Buchseiten kopiert“, erklärt die Künstlerin, „durch Faltung habe ich daraus dreidimensionale Objekte geschaffen.“

So haben alle neun Maler und Bildhauer ihre Gedanken zum Thema Buch auf facettenreiche Weise kreativ ausgedrückt.

Bei der Ausstellungseröffnung spielt ein Saxophonist einen Blues. Bibliotheksleiter Bernd Jeucken: „Das Buch ist ein Medium, das ästhetisch schön ist, es ist ein Wissensspeicher, hat aber auch etwas Nostalgisches an sich, da modernere Medien angefangen haben, das Buch langsam abzulösen.“

Doch wer Bücher liebt, wird auch an ihnen festhalten, sei es praktisch – oder eben künstlerisch.

 
 

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