Kosterstraße wird zur Kostenfalle

Foto: Fischer / WAZ FotoPool
Fertigstellung der Baustelle verzögert sich erneut. Bauende erst im Herbst 2015. Hattinger Unternehmer klagen über Verluste im sechsstelligen Bereich.

Hattingen.  Die Bauarbeiten an der Koster­straße dauern deutlich länger als ursprünglich geplant. Vor allem für die Unternehmen auf der Hattinger Seite der Großbaustelle, die Umwege fahren müssen, geht die Verlängerung ins Geld. Sie berichten gegenüber der WAZ von Verlusten im sechsstelligen Bereich.

Die Kosterstraße ist eine der zentralen Anbindungen Hattingens an den Bochumer Autobahnring. „Das Ding sollte schon Ende 2013 fertig sein. Ich verstehe nicht, warum es jetzt zwei Jahre länger dauert“, ereifert sich Friedrich Kost, Geschäftsführer der Spedition Kerkemeier. In einem Schreiben an den Landesbetrieb Straßen NRW wiesen die Stadt Hattingen und die IHK Mittleres Ruhrgebiet auf die Problematik hin. „Die Bauarbeiten beeinträchtigen die wirtschaftliche Tätigkeit betroffener Unternehmen in Hattingen erheblich“, heißt es darin.

Ausgaben für Diesel und Maut

Das Problem: Fahrzeuge mit mehr als zwölf Tonnen Gesamtgewicht dürfen die Straße nicht befahren. Das betrifft nicht nur die Spedition Kerkemeier mit ihren großen Lastzügen mit bis zu 40 Tonnen Gewicht. Auch Thomas Gemke, Ausfuhrkoordinator für Air Products, weiß: „Die Lkw müssen Umwege fahren.“ Das verursache Kosten – und die lägen für den gesamten Zeitraum im sechsstelligen Bereich. Friedrich Kost rechnet vor, dass die Verluste für zusätzliche Mautgebühren und Diesel jeweils in die Zehntausende gingen. Dazu kämmen tausende Stunden zusätzliche Fahrtzeit im Jahr. „Das sind Summen die uns beuteln“, betont er und erklärt, dass auch andere Firmen betroffen seien.

Die Stadt und Industrie- und Handelskammer richten an Straßen NRW die eindringliche Bitte, zu prüfen, ob eine Sperrung für Fahrzeuge mit mehr als zwölf Tonnen nicht aufgehoben oder nur eine punktuelle Sperrung vorgesehen werden könnte. Die Antwort des Landesbetriebs: „Die Gewichtsbeschränkung resultiert aus Forderungen der Polizei und der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Bochum.“ Sie soll Radfahrer und Fußgänger schützen, die durch die Baustelle geleitet werden. „Sobald der Bauzustand eine Aufhebung der Gewichtsbeschränkung zulässt, wird dies umgehend veranlasst“, verspricht Straßen NRW.

Mit einer Fertigstellung der Kosterstraße rechnen die Straßenbauer aber nicht vor Herbst 2015. Der Auftrag für den dritten und letzten Bauabschnitt wurde im Januar 2014 erteilt. Derzeit werden für einen fünf Meter hohen und 440 Meter langen Steilwall und drei Gabionenstützwände in Ingenieursbüros Konstruktionspläne und Baustatik aufgestellt.

 
 

EURE FAVORITEN