Kinderschützer gegen Kinderarbeit

Monika Peirick
Monika Peirick
Foto: Fischer / WAZ FotoPool
Vorsitzender der Kinderschutzbundes: Beides verträgt sich nicht. Deshalb engagiert sich der Verein für fairen Handel und freut sich über Mitstreiter .

Hattingen..  Auch ein Verein muss sich dem Gedanken des fairen Handels verschreiben, will eine Stadt sich mit dem entsprechenden Siegel schmücken. „Ich weiß nicht, ob wir der erste und einzige Verein sind“, sagt Andreas Gehrke als Vorsitzender. Der Kinderschutzbund jedenfalls ist mit im Boot, wenn es darum geht, als Stadt in Richtung Fair-Trade-Siegel zu fahren.

Ein naheliegender Gedanke für ihn, denn: „Kinderarbeit und Kinderschutz vertragen sich nicht, ob in Deutschland oder anderswo“, sagt der Familienvater. Der Schritt ist für das Mitglied der Steuerungsgruppe und den Vorsitzenden des Kinderschutzbundes naheliegend. Schließlich verbessern sich durch Fair Trade oft die Lebensbedingungen für die ganze Familie im jeweiligen Land, Schulbesuche und vieles mehr werden möglich.

Die Steuerungsgruppe koordiniert die Aktivitäten vor Ort, ist die treibende Kraft und dient der Vernetzung innerhalb der Kommune. Sie besteht aus mindestens drei Personen, von denen einer aus den Bereichen städtische Verwaltung/Politik stammen soll. „Übernehmen Sie mit Ihrer Kommune eine Vorreiterrolle und bewerben Sie sich um den Titel Fair-Trade-Town. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann den Prozess anstoßen“, locken die bisherigen Städte. Über diesen Schritt ist Hattingen längst hinaus. Der Rat hat beschlossen, dass die Stadt das Ziel anpeilt. Jetzt müssen auf allen Ebenen Beteiligte gelockt werden, damit der Gedanke des fairen Handels breite Kreise zieht.

Monika Peirick vom Kinderschutzbund muss nicht mehr gelockt werden. Sie steht hinter den Zielen des fairen Handels und präsentierte beispielsweise beim Tag der offenen Tür des Kinderschutzbundes fair gehandelten Früchtetee. Teepflücker, die auf Plantagen arbeiten zu fairen Bedingungen, freuen sich, dass sie ihre Kinder auf gute Schulen schicken und ihnen eine Ausbildung ermöglichen können.

Fair Trade verbietet ausbeuterische Kinderarbeit. Unterschieden wird in einem Statement „zwischen arbeitenden Kindern und ausgebeuteten Kinderarbeitern“. Fair Trade erkennt an, dass Kinder zur Bekämpfung der Armut ihrer Familie mithelfen und arbeiten, da das Einkommen der Kinder für sehr viele Familien lebensnotwendig ist. Sie könnten trotzdem zur Schule gehen. Ihre Bildung dürfe nicht beeinträchtigt werden, die Arbeit ihrer Gesundheit und Entwicklung nicht schaden. Ausbeuterische Kinderarbeit sei dagegen gefährlich. Bei den schwerwiegendsten Formen würden Kinder von ihren Familien getrennt. Kinderhandel und Arbeit unter sklavenähnlichen Bedingungen gehört dazu. Vereine, und nicht nur sie, die das verhindern möchten, können sich engagieren.

 

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