Kinder erleben Mittelalter mit Ton und Führung

Becher und Schalen aus Ton fertigten Heggerfeldschüler, die teilnahmen am Sparkassen-Workshop des Heimatvereins in Kooperation mit der Kunstschule Die Basis. Anne Wilms erklärte, wie es geht.
Becher und Schalen aus Ton fertigten Heggerfeldschüler, die teilnahmen am Sparkassen-Workshop des Heimatvereins in Kooperation mit der Kunstschule Die Basis. Anne Wilms erklärte, wie es geht.
Foto: Fischer / WAZ FotoPool
Heggerfeldschüler nahmen teil am Workshop des Heimatvereins in Kooperation mit der Kunstschule„Die Basis“. Sie waren mit Begeisterung bei der Sache und durften auch ein Kettenhemd anprobieren

Hattingen..  „Buäh“, sagt Ömer (9), als er die Tonplatte anfasst, auf die Anne Wilms Holzleim gegeben hat. Kichernd faltet er das Material, dann beginnt er mit Kraft zu kneten – bis nichts mehr von dem Leim, der zur Stabilisierung des Tons dient, zu sehen ist. Zwei vierte Klassen der Heggerfeldschule waren am gestrigen Mittwoch beim Sparkassen-Workshop „Mittelalter“ des Heimatvereins dabei. Sie erlebten das Bügeleisenhaus – und legten in der Kunstschule Die Basis selbst Hand an.

Vorhin erst noch hatte Adrian (10) im Bügeleisenhaus ein Kettenhemd anprobiert und geurteilt: „Ganz schön schwer.“ Lars Friedrich vom Heimatverein machte es möglich. Cagty (9) gefiel der Brunnen dort. Jetzt kneten und boxen, drücken und rollen sie den Ton. Denn es gilt, einen Becher zu fertigen. „Im Mittelalter gab es Geschirr aus Ton“, erklärt Anne Wilms von der Kunstschule. In drei Gruppen sind die beiden Klassen aufgeteilt.

Auf der Fensterbank trocknen die Werke der Vorgruppe. Verziert mit Herzen oder Punkten sind die Gefäße. Spaß hat das Esma (9) gemacht. Sie geht gleich zur Führung ins Bügeleisenhaus. Darüber weiß sie schon manches. „Ich gehöre zur Expertengruppe Bügeleisenhaus“, sagt sie stolz. Aber im Haus selbst ist sie – anders als beispielsweise Tiziano (10) – noch nie gewesen. Und Lehrerin Henrike Bubenzer erklärt: „Im Sachunterricht befassen wir uns gerade mit dem Hattingen, die Kinder haben in Gruppen gearbeitet.“

Spaß haben bei dem Workshop auch die so genannten Seiteneinsteiger-Schüler – die teils noch kein Deutsch können. Sie gucken sich ab, was mit Ton und anderem Material zu machen ist. Im Nebenraum steht Korbflechten auf dem Programm. Als Dekotrichter, Vogelnistgelegenheit oder – bringt man einen Ball am Band an – als Fangkorb kann das Ergebnis herhalten, so Kunstschulleiter Reinhard Gäbel.

Jedenfalls gilt es hier zunächst, mit einer Raspel eine vorbereitete Holzscheibe einzukerben. Viele Kinder knien vor den Tischen, arbeiten von unten nach oben. Lehrerinnen und Begleiterinnen helfen teils, die Scheiben festzuhalten. Melissa (9) steht, setzt die Raspel von oben an. „Aua“ ruft Osman (9) – mit dem Werkzeug hat er seinen Finger erwischt. Lehrerin Romina Rohe besorgt flugs ein Pflaster. Und Anne Wilms erklärt den Tonenden nebenan, wie und dass sie mit den Händen eine Kugel formen sollen statt das Material auf dem Tisch zu rollen: „Denn dann bekommt ihr ein Gefühl für das Material, das ist nachher für die Verarbeitung wichtig.“ Halil (9) ist konzentriert bei der Sache. Wie er den Mittelalter-Vormittag findet? „Gut“, sagt er begeistert.

 
 

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