Keine Bösen oder Blöden bei der politischen Jugend

1. Hattinger Jugendpolitforum im März 2010. Foto: Udo Kreikenbohm / WAZ FotoPool
1. Hattinger Jugendpolitforum im März 2010. Foto: Udo Kreikenbohm / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Während des Wahlkampfes traf sich das Jugendpolitforum trotzdem nicht, um Konflikten aus dem Weg zu gehen.

Hattingen..  Schuldzuweisungen und Streitereien – das gibt es hier nicht. Miteinander wollen die politisch interessierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Probleme in Hattingen angehen, auch wenn – oder gerade weil – sie verschiedenen Parteien angehören. Vor zwei Jahren – im März 2010 – fand das erste Treffen des Jugendpolitforums statt. Vertreter der fünf Parteien lernten sich kennen und tauschten ihre Interessen aus. Ein Thema damals: der schlechte Zustand einiger Schulen mit maroden Gebäuden oder die damals noch fehlende Mensa am Gymnasium Waldstraße. Letzteres ist mittlerweile abgehakt. Doch was ist heute aus dem Jugendpolitforum geworden?

Im November 2011 trafen sich Mitglieder der Grünen Jugend, der Linksjugend und der Jungen Liberalen zur zweiten Sitzung und stellten neue Forderungen: Sie wollen eine legale Sprühfläche für Graffiti und ein Glasverbot auf dem Altstadtfest. In den vergangenen Wochen gab es wegen der Landtagswahl kein Treffen. „Wir verstehen uns persönlich gut, wollten aber keine Gefahr eingehen, während des Wahlkampfes in Konflikt zu geraten“, begründet Oliver Degner (27) von der Grünen Jugend die Entscheidung. Alle haben jedoch aufgerufen, wählen zu gehen, und schon bald soll es weitergehen mit der politischen Diskussion.

„Das Besondere am Jugendpolitforum ist, dass wir über die Parteigrenzen hinweg unsere Positionen äußern und Gemeinsamkeiten finden“, erklärt Oliver Degner , „bei uns gibt es keinen Bösen von der FDP oder Blöden von den Grünen, wir begegnen uns auf menschlicher Ebene. Wir haben gleichzeitig Verständnis füreinander und sind dennoch nicht immer der gleichen Meinung, was gut sein kann. Es geht beim Jugendpolitforum darum, etwas Produktives zu schaffen.“ Das Protokoll von der Sitzung im November haben sie der Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch überreicht. „Sie fand einige Ideen gut“, informiert Felix Rauls (17) von der Linksjugend. Aber: „Das Jugendparlament ist noch immer auf der Suche nach dauerhaften legalen Sprühflächen“, so Felix Rauls weiter. „Da das Altstadtfest immer näher rückt, wollen wir uns bald mit dem Stadtmarketing treffen. Der Zaun um den Platz für Rock am Bunker sah im vergangenen Jahr nicht gerade schön aus, wir wollen vorschlagen, dass dort Laken oder Holzplatten angebracht werden, die von Jugendlichen kreativ mit Graffiti besprüht werden können.“

Das Jugendpolitforum trifft sich an verschiedenen Orten. „Leider gibt es keine Lokalität, kein Bürgerhaus, wo wir hingehen können. Aber wir konnten uns schon im Haus der Jugend und bei der Freiwilligenagentur treffen“, so Oliver Degner, „wir entscheiden in der Sitzung, was uns aktuell interessiert.“

Denn trotz unterschiedlicher Parteien sind sie alle letztendlich alle junge Hattinger.

 

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