Katholische Bewegung fürchtet Aussterben

Die KAB Blankenstein wurde im vergangenen Jahr 120 Jahre alt.. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
Die KAB Blankenstein wurde im vergangenen Jahr 120 Jahre alt.. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
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Die Mitgliederzahlen der KAB sinken. Senioren sehen sich hilflos: Junger Nachwuchs fehlt.

Hattingen..  Mit Sorgen blicken die Mitglieder der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) in die Zukunft. Die Mitgliederzahlen sinken. Zwei Auflösungen der KAB gab es bereits: in Welper und Hattingen Mitte. Jetzt befürchten die Bestehenden um ihren eigenen Untergang.

Junger Nachwuchs fehlt. Die, die sich engagieren, sind Senioren, die sich nicht mehr um alles kümmern können. „Dieses Jahr helfen die Männer unserer KAB zum ersten Mal nicht beim Aufbau des Gemeindefestes; die körperlichen Arbeiten schaffen sie nicht mehr“, bedauert Monika Bahrenberg (69), Vorsitzende der KAB Blankenstein und gibt zu bedenken: „Im vergangenem Jahr sind acht Mitglieder von uns verstorben. Wenn die alten Mitglieder sterben, dann stirbt auch die KAB. Das darf nicht passieren.“

In Blankenstein gibt es laut eigenen Angaben 166 Mitglieder, in Niederwenigern knapp unter 100 und in Bredenscheid etwa 46. Ein Grund, warum jüngere Mitglieder nicht zur KAB kommen: „Sie treten lieber in Sportvereine ein, bei denen ihre Kinder aktiv sind“, glaubt Wolfgang Fust (48), stellvertretender Vorsitzender der KAB Niederwenigern. Monika Bahrenberg sieht das Angebot an Vereinen heute als viel größer als früher. Weiterhin weiß Wilhelm Knäpper (82), Vorsitzender der KAB Bredenscheid: „Die Kluft zwischen Jung und Alt ist leider viel zu groß. Jüngere möchten nicht in einen Verein, wo nur Ältere sind. Die christliche Jugend fühlt sich zum Beispiel eher zu den Pfadfindern hingezogen.“

Zu den Festen und Vorträgen der KAB kämen Interessierte, die keine Mitglieder sind. „Doch die jungen Leute wollen sich nicht binden“, so Knäpper. Monika Bahrenberg: „Unsere Themen richten sich natürlich nach den Mitgliedern. Weil wir keine jungen Mitglieder haben, sprechen wir nicht über Kindererziehung, laden keinen Kinderarzt ein, sondern einen Herzspezialisten“, erklärt sie, „doch unsere Themen gehen auch Jüngere etwas an. Unsere Referenten sind Fachärzte, die uns über Krankheiten aufklären.“ Für sie ist besonders die Gemeinschaft wichtig. Die KAB hat sowohl katholische als auch evangelische Mitglieder. „Wir teilen Freude und Leid, unternehmen Reisen und Ausflüge, organisieren Veranstaltungen. Es kommt keiner mehr in den Verein, um nur zu beten, es geht um vieles mehr“, so Monika Bahrenberg, „ohne die KAB wäre der kleine Ort Blankenstein arm dran, wir haben schon keinen eigenen Pfarrer mehr. Die KAB setzt sich überregional für Menschen ein, fordert, dass Geschäfte am Sonntag geschlossen bleiben, damit die Familie zusammen sein kann. Doch um etwas zu erreichen sind Mitglieder und Beiträge notwendig.“

 

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