Karrieresprungbrett für Jugendliche

Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
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Projekt bereitet sie auf Ausbildung vor – auch Hattinger Schüler angesprochen.

Hattingen..  Nach anderthalb anstrengenden Jahren starten 16 junge Männer ins Berufsleben. Sie sind die erste Generation beim Projekt „Karrieresprungbrett“, das die Karrierewerkstatt der Deutschen Edelstahlwerke in Witten gestartet hat. Die Jugendlichen wurden u.a. durch Praktika auf eine Lehre vorbereitet. Fürs nächste Projekt sind auch Hattinger Schüler angesprochen.

Entspannt sitzen sie nun auf ihren Stühlen, lächeln über die Dank- und Lobreden der Gäste, die zur Abschlussfeier des Pilotprojekts gekommen sind. Wittens VHS-Chefin Bettina Sommerbauer – die Volkshochschule unterstützt das Vorhaben – vergleicht den Start einiger Schüler in eine Ausbildung mit der zweiten Fußball-Bundesliga. „Der Aufstieg in die erste Liga ist nach der absolvierten Ausbildung der Einstieg ins Berufsleben. Und niemand sollte einfach vom Platz gehen, nur weil es einmal schwierig wird.“

Höhepunkt: Neun der 16 Schüler bekommen einen Ausbildungsvertrag überreicht, unter anderem als Industrie- oder Zerspanungsmechaniker bei Thyssen Krupp oder DEW. Florian Szczypek und Marcel Tarra treten demnächst ihre Lehre bei der Friedrich Lohmann GmbH an. Ein vierwöchiges Praktikum haben sie schon absolviert. „Das war wirklich toll. Die Kollegen haben uns nicht wie Jugendliche behandelt, sondern wie Gleichgesinnte. Sie haben uns respektiert“, erzählt Florian.

Wolfgang Kowalczyk, Leiter des Bildungsmanagements der Karrierewerkstatt, die als Nachfolger aus dem früheren überbetrieblichen Bildungswerk Witten-Hattingen hervorgegangen ist, erinnert sich noch gut an einen Praktikumsbesuch bei Florian. Ölverschmiert bis über beide Ohren stand der 16-Jährige vor ihm und lächelte. „Wenn jemand so dreckig aussieht und trotzdem strahlt, weiß man, dass das Projekt wirklich gut ist“, so Kowalczyk. Die anderen sieben Schüler, die noch keine Ausbildung starten, gehen zunächst weiter zur Schule. Viele wollen einen höheren Bildungsabschluss schaffen.

Knapp 62 000 Euro wurden in das „Karrieresprungbrett“ investiert. Die Hälfte finanzierte die Agentur für Arbeit in Hagen, der Rest wurde durch Sponsoren abgedeckt. Die zweite Projektrunde steht schon in den Startlöchern. Zwar muss der Antrag noch offiziell von der Agentur bewilligt werden. „Aber ich denke nicht, dass es da noch Probleme geben wird“, meint Wolfgang Kowalczyk. Was zur Zeit noch fehlt, sind die Schüler. Bettina Sommerbauer von der VHS hofft, dass wieder genügend die Chance nutzen, die sie durch das Projekt bekommen. „Deshalb müssen die Schulen und Eltern ihre Kinder aufmerksam machen und sie auch unterstützen.“

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