Kampf gegen die Müllkippe Ruhr

Die Taucher des DUC sammelten den Müll vom Grund der Ruhr ein.
Die Taucher des DUC sammelten den Müll vom Grund der Ruhr ein.
Foto: WAZ FotoPool
Aktion „Saubere Ruhr“ hilft, Arten zu schützen und den Freizeitwert der Ruhrwiesen zu erhalten. Bürger sollen sensibilisiert werden.

Hattingen.. Die Ruhr ist ein wichtiger Lebensraum für Flora und Fauna. Auch in Hattingen leben viele Arten, einige von ihnen sind bedroht und daher auf einen sauberen Lebensraum angewiesen. Um das zu gewährleisten, organisierte der Angelsportverein (ASV) Henrichshütte zum 37. Mal die Aktion „Saubere Ruhr“, bei der ein Teil des Flusslaufes und dessen Ufer von Müll befreit wurden.

Die Angler sehen immer noch die Notwendigkeit zu ihrer Aktion, die sie vor 37 Jahren ins Leben gerufen haben. „Die Ruhr sollte sauber gehalten und der Müll entsprechend ferngehalten werden. Leider haben das noch immer nicht alle Zeitgenossen verstanden, die immer wieder ihren Schmutz am Ufer oder im Wasser selber hinterlassen“, bedauert Walter Banhold vom ASV. Den Verein und seine Unterstützer ärgert das: „Keiner räumt gerne den Dreck von anderen weg. Aber es funktioniert ja von alleine hier nicht.“

Bei der Putzaktion helfen verschiedene Vereine mit: „Wir haben von Beginn an den Kontakt gesucht, denn nur zusammen geht es“, so Banhold. Die DLRG sucht mit Booten auf dem Wasser nach Müll oder nimmt Müll entgegen, den die Taucher des DUC Hattingen auf dem Grund gefunden haben. Auch dieses Mal zogen die Taucher etwa im Bereich um Birschels Mühle zwei ganze Einkaufswagen aus dem Schlamm. Dazu kommen unzählige Bierflaschen. Das THW fährt mit Kleinlastern die Uferwege ab und sammelt die vollen Müllsäcke. Die Fischereiaufseher des ASV fahren mit einem Motorboot die Bereiche ab, wo die Fahrzeuge nicht hinkommen. Auch sie sammeln unterwegs alte Schilder und Metallteile ein.

Bei den Aktiven stößt die Vermüllung auf großes Unverständnis. Regelmäßig säubern die am Ruhrlauf ansässigen Vereine, beispielsweise die Kanuten der SG Welper, die Uferbereiche – damit die Ruhrwiesen ihren Freizeitwert nicht verlieren.

Durch die Säuberungsaktion wollen die Mitwirkenden die Bürger sensibilisieren: „Wir wollen die Leute auch dazu ermutigen, andere zur Raison zu bringen, wenn sie jemanden dabei beobachten“, sagt Banhold. Insgesamt wurden unter großem Aufwand acht Kilometer Ruhr gereinigt. „Und es reicht gar nicht aus, man müsste die Aktion zweimal im Jahr durchführen.“ Denn die in der Ruhr lebenden Arten sind auf sauberes Wasser angewiesen. Der Bitterling oder einige Muschelarten stehen schon auf der roten Liste, Unrat gefährdet sie zusätzlich. Dieses Mal kamen circa zweieinhalb Tonnen Müll zusammen – zu viel, aber etwas weniger als die vergangenen Jahre.

 
 

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