Kaffeeröster aus Hattingen lockt sogar Gäste aus Indien an

Olaf Scherff. Foto: Udo Kreikenbohm / WAZ FotoPool
Olaf Scherff. Foto: Udo Kreikenbohm / WAZ FotoPool
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Der einzige Kaffeeröster der Stadt, Olaf Scherff, röstet jetzt im alten Schlachthof -- das Ergebnis können Kaffee-Freunde weiterhin im Café Mayas genießen. Die Gäste kommen sogar aus Indien.

Hattingen.. „Über Kaffee könnte ich stundenlang philosophieren“, beschreibt Olaf Scherff seine Begeisterung für den schwarzen Wachmacher: „Kaffee ist für mich so viel mehr als nur ein Getränk.“ Als Inhaber des Café Mayas im Krämersdorf liegt dem ausgebildeten Kaffeeröster der Koffein besonders am Herzen.

Seit 2009 röstet Scherff in seinem Café selbst und ist damit der einzige aktive Kaffeeröster in unserer Stadt. Jetzt zogen die vielen Säcke mit Kaffeebohnen ebenso wie die schwere „Trommelröstmaschine“ in das ehemalige Schlachthof-Gebäude an der Eicknerstraße um. Der Café-Betrieb im Krämersdorf läuft jedoch normal weiter. „Natürlich hat gerade der Kaffeeduft und die besondere Atmosphäre mit Bohnen und Maschine im Café viele Besucher gelockt“, überlegt Olaf Scherff.

Kaffee-Sortiment erweitert

Trotzdem: „Die Geräuschkulisse während des Röstvorgangs war für einen Gastronomie-Betrieb zu extrem.“ Zudem habe er durch die Auslagerung der Rösterei jetzt mehr Platz im kleinen Café und sei im ehemaligen Schlachthof beim Rösten nicht an bestimmte Zeiten gebunden. „Dadurch kann ich auch unser Kaffee-Sortiment von derzeit sechs verschiedenen Sorten erweitern“, zeigt sich Scherff zuversichtlich.

Der frisch geröstete Kaffee werde auch weiterhin sowohl im Café Mayas selbst, als auch an verschiedene Gastronomie-Betriebe verkauft. „Wir bieten weiterhin die gleiche Kaffee-Qualität, jedoch ohne Geruch und Lautstärke“, beschreibt Olaf Scherff die Veränderungen in seinem Café. „Kaffeetrinken ist ein Genuss“, weiß der Röstmeister und hebt seine Tasse.

Unterschiede in der Kaffee-Kultur

Die „hohe Kunst der Rösterei“ erlernte Scherff vor vielen Jahren in Wien. „Der Röster-Beruf ist in Deutschland seit mehr als vierzig Jahren so gut wie ausgestorben“, erklärt der Kaffee-Experte, die Zahl der Röstereien sei stark zurückgegangen. Anders in Österreich: „Dort wird der Kaffee nach wie vor als Kultur zelebriert, Nachwuchs-Röster werden erfolgreich ausgebildet.“

Im Nachbarland besuchte der Kaffee-Liebhaber während seiner Ausbildung Seminare und Lehrgänge – lernte, verschiedene Kaffeesorten ausschließlich am Geschmack zu erkennen. „In Österreich ist das Produkt Kaffee wichtiger als die bloße Optik, während es in Deutschland leider meist umgekehrt ist“, beschreibt Scherff den Hauptunterschied zwischen der deutschen und der österreichischen Kaffee-Kultur.

Seine Inspirationen und Eindrücke brachte Olaf Scherff aus der österreichischen Hauptstadt mit nach Hattingen: „Ich führe mein Café im Wiener Kaffeehaus-Stil, die Angebote orientieren sich ebenfalls an österreichischen Spezialitäten.“

Viele Kunden kämen von weit her, um ihren Kaffee im Krämersdorf zu genießen, freut sich Scherff über die große Resonanz: „Ich habe Gäste aus Velbert, Wuppertal, Bochum und Essen – aber eben auch aus Indien.“

 
 

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