JägerwollenGesetznichthinnehmen

Reduzierung der Jagdfläche, Fütterungsverbote und die Wiedereinführung der Jagdsteuer – diese und viele weitere Punkte stehen im Entwurf des neuen Landesjagdgesetzes, das im November 2014 in den nordrhein-westfälischen Landtag eingebracht worden ist. Ziel der rot-grünen Landesregierung ist es, ein ökologisches Jagdgesetz auf den Weg zu bringen.

Die Kreisjägerschaften aus Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis sehen in der geplanten Novellierung durch den grünen Umweltminister Johannes Remmel jedoch nur eine Verschlechterung für den Tier- und Artenschutz sowie ein Misstrauensvotum gegen die Jäger. Darum luden die Waidmänner zu einer Lokalkonferenz mit verschiedenen Landtagsabgeordneten in die Elbschehalle nach Wengern ein. Gekommen waren, neben rund 150 Jägern, auch Hubertus Kramer und Rainer Bovermann (SPD), Regina van Dinther (CDU) und Ernst-Ulrich Alda (FDP). Der Veranstaltung fern geblieben waren Abgeordnete der Grünen, deren Standpunkte für die Jäger ­besonders von Interesse gewesen wären.

So hatten die Vertreter der SPD einiges zu tun, um die Gesetzentwürfe des Koalitionspartners zu verteidigen. Bei einigen Punkten, wie dem Verbot der Wildfütterung in Notzeiten, räumten Kramer und Bovermann Unstimmigkeiten ein und versprachen, diese noch einmal zu überdenken. „Es kann nicht sinnvoll sein, bestimmte Tierarten in Notzeiten einfach verhungern zu lassen“, merkte Alda von der FDP an, der selbst Mitglied des Landesjagdverbandes ist.

Eine Gesetzesänderung, die polarisiert, ist das geplante Verbot der Katzenjagd. „Wildernde Katzen sind eine Gefahr für den Artenschutz“, erklärte Lars Peter Hegenberg, Vorsitzender der Kreisjägerschaft in Hagen und einer der Moderatoren der Diskussionsrunde. Für Hubertus Kramer steht aber fest: „Bei der Katzenjagd können Sie sicher sein, dass sie verboten wird. Dafür ist das Thema viel zu emotional“, konstatierte er.

Großdemo in Düsseldorf

Besonders heiß diskutiert wurde auch die mögliche Wiedereinführung der Jagdsteuer, die ebenfalls im Gesetzentwurf aufgeführt ist. Eine Steuer, deren Einnahmen nicht in den Haushalt der Landesregierung, sondern in die Kassen der Kreise und Kommunen fließen. „Wir Jäger leisten ehrenamtliche Arbeit und erbringen Leistungen für Tiere und Natur. Wir räumen sogar freiwillig verunglücktes Wild von den Straßen – und das auch mitten in der Nacht“, betonte Hegenberg.

Am Ende des Abends waren sich die vier Landtagsabgeordneten einig, dass es noch Änderungsbedarf am ökologischen Jagdgesetz gibt und versprachen den anwesenden Waidmännern, sich für eine Überarbeitung verschiedener Punkte im Gesetzentwurf einzusetzen.

In den nächsten Wochen soll das neue Landesjagdgesetz auf den Weg gebracht werden. Bis dahin soll es in der Landeshauptstadt Düsseldorf noch eine große Demonstration des Landesjagdverbandes gegen die Novellierung geben.

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