Inventur der Ideen zum Wohl der Kinder

Andreas Gehrke mit Tochter Patrizia. Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ FotoPool
Andreas Gehrke mit Tochter Patrizia. Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ FotoPool
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Hattingen..  Nach einem Jahr beim Kinderschutzbund blickt Andreas Gehrke vor und zurück.

Der Kinderschutzbund Hattingen/Sprockhövel feiert in diesem Jahr seinen 35. Geburtstag. Für Andreas Gehrke ist es das erste Jahr als Vorsitzender, nachdem Heidemarie Lietz 2010 nach 30 Jahren im Vorstand ausschied. „Ich hätte keinen anderen Verein gewählt“, sagt er.

Wenn Gehrke auf die nächsten Monate blickt, nennt er die Klausurtagung als wichtigen Termin. Im Mai soll eine Art Inventur stattfinden, um Gedanken auszutauschen, Ideen zu entwicklen und Visionen auszusprechen. „Die Vorstandsarbeit ist für mich nicht damit getan nur den Laden am Laufen zu halten“, erläutert Gehrke. Gruppenarbeiten möchte er ausbauen, eine Kooperation mit der Verkehrswacht deutet sich an und Kindergeburtstage möchte er veranstalten. „Wir haben an der Idee ein Jahr lang gearbeitet, haben Partner und sie ist finanziell gesichert“, sagt er. Es geht dabei darum, Kindern die Möglichkeit zu geben Geburtstage zu feiern. Nicht selbstverständlich, wenn das Geld fehlt, die Wohnverhältnisse für die Kinder Scham bedeuten oder der Geburtstag den Eltern egal geworden ist. „Es ist ein Rundum-Sorglospaket in einem öffentlichen Raum, mit Fotos, Geschenken sowie Essen und Trinken.“

Die Kernfrage für ihn sei: „Was können wir noch anbieten, was mit der Lebensrealität der Kinder zu tun hat?“

Im Rückblick auf das Jahr 2010 nennt er eigene Angebote wie die pädagogische Fachkraft, die montags berät, die Elternkurse oder den Kleiderladen. Aber auch die Sparpläne der Regierung und die Diskussion um die Hartz IV-Sätze, die der KSB im Sommer kritisch kommentiert hat. „Auch die Geschichte mit den Bildungsgutscheinen läuft nicht richtig“, sagt Gehrke und spannt den Bogen ins Jetzt. Die Fristen seien zu kurz, Kommunen bräuchten mehr Zeit. Aber: Angebote wie die Nachhilfe, die nur bei der Versetzung gelte, müsse man viel breiter streuen. Ginge es nach dem KSB, sollten Jugendämter an der Zuteilung mehr beteiligt seien als Jobcenter. „Die Jugendämter kennen die Kinder, deren Bildungsstand und die Familie besser.“

Zur Arbeit im KSB sagt Gehrke, dass der Vorstand ihm sehr helfe. Schließlich ist er voll berufstätig, so dass die Arbeit für den KSB in den Abend oder ins Wochenende rückt. Menschen zu finden, die ehrenamtlich aktiv sind, sei schwierig. „Wichtig ist, das wir Kinder- und Jugendarbeit nicht kaputtsparen.“

 

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