Im Lager der edlen Tropfen

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Im Weinkeller der Burgstuben auf Haus Kemnade lagert Rebensaft verschiedenster Herkunft und Preislage

Hattingen.. An der Theke vorbei und durch die große Küche geht es auf eine unscheinbare Tür am Ende eines langen Flurs zu. „Weinkeller“ verheißt das kleine Schild mit dezenter Weinreben-Verzierung auf weißem Untergrund. Hinter dieser blassen Tür verbirgt sich der Weinvorrat der Burgstuben auf Haus Kemnade. Heute dürfen wir ausnahmsweise hinter die Tür blicken, die normalerweise nur das Restaurant-Personal öffnen darf.

„Zurzeit liegen etwa 600 bis 800 Flaschen Wein in unserem Weinlager“, berichtet Birgit Bruns, Mitinhaberin des Gastronomie-Betriebes und öffnet langsam die Tür. „Dieser Bestand bleibt eigentlich durchgängig gleich, da ebenso viel nachgeliefert wie verkostet wird.“

Der Innenraum des Weinkellers erweist sich kleiner als zunächst erwartet. In steinernen Regalen an den Wänden lagern hier edle Tropfen verschiedenster Farbtöne, Herkunft und Preislage. Kleine Schilder informieren den Betrachter zudem über die Namen des jeweiligen Exemplars. Bis zu 90 verschiedene Sorten des alkoholischen Traubensaftes warten hier auf ihren Verzehr.

Seit 1990 existiert das Weinlager von Haus Kemnade in dieser Form und hat mit den Vorstellungen vom alten Weingewölbe eines mittelalterlichen Herrenhauses nicht viel gemein - allein die große Auswahl und die hohe Qualität der gelagerten Weinvorräte dürfte an die vergangenen Jahrhunderte anknüpfen. Der älteste Wein im Keller stammt heute aus dem Jahr 1989: „Ein Puligny Montrachet.“

„Man kann hier schon mal den Überblick verlieren“, gesteht Birgit Bruns lachend und deutet auf die vielen steinernen Fächer und ihren wertvollen Inhalt. Kleiner dürfe der Weinkeller aber trotzdem nicht sein. „Zusätzlich zu diesem Weinkeller haben wir ebenfalls noch ein Bankett-Lager mit weiteren 2000 Weinflaschen für große Feierlichkeiten wie Hochzeiten oder Geburtstage“, ergänzt Bruns und nickt.

Im Winter sei die Weinnachfrage im Restaurant sehr viel höher als vergleichsweise in den Sommermonaten, weiß Bruns. „Passend zu den Wildgerichten der kalten Jahreszeit überwiegt im winterlichen Weinlager außerdem der Rotwein.“ Für Nachschub ist in den Burgstuben immer gesorgt: „Zum Teil werden uns alle 14 Tage neue Weine angeliefert“, berichtet Birgit Bruns und erklärt: „Besondere Tropfen werden dagegen nur ein- bis zweimal im Jahr geliefert.“

Hierzu zählt unter Anderem ein Brunello di Montalcino: „Das ist zurzeit unser teuerster Wein im Keller“, erklärt Bruns mit Blick auf die Flasche in ihrer Hand, „der Preis für diesen Wein liegt bei etwa 80 Euro.“ Den Gesamtwert des Weinlager-Inhalts schätzt die Gastronomin auf ganze 10 000 Euro.

 
 

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